Hoppe + Kottwitz


HERRENALBER
KUNST

Alles Zufall...


SCHLIMME RUHE

Naturschutz zweitrangig

Falken und Kolkraben... 

Wir hatten im Mai über den Natur- bzw. Vogelschutz am Falkenstein berichtet.

Resümee 1: Die Kolkrabenjungen sind tot. Das Nest wurde mit Steinen und Flaschen von oben "bombardiert". Sie starben jämmerlich im Nest oder fielen heraus und verendeten schwerverletzt am Boden. (Lt. einem Ornithologen aus dem Landkreis war das am Falkensteinfelsenfuss unterhalb des Notnestes aufgefundene Vogeljunge eindeutig ein Kolkrabe.)

Die Naturschutzabteilung im Landratsamt Calw scheint entweder überfordert oder Herrenalb ist nicht wichtig genug. Ansonsten hätte man längst Massnahmen eingeleitet, um die Kolkraben zu schützen und im besseren Fall sogar dafür gesorgt, dass diese wieder ihren angestammten Horst annehmen - der letztendlich akustisch zu dicht am mehrfach beschriebenen wilden Mountainbike-Single-Trail liegt und deswegen von den Kolkrabeneltern gemieden wird.

Der zuständige Forstdirektor, ein Herrenalber Bürger,...

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...gab zwar vor geraumer Zeit dazu mal starke Worte von sich ("...diesen Trail einfach zumachen!"), aber das war es dann auch. Manchmal sollte man etwas mehr tun als nur markige Sprüche von sich geben. Hin und wieder reichen auch Appelle und Verbotsschilder allein nicht aus...


Einmal wurde der betreffende Falkenstein-Single-Trail sogar besichtigt. Anschliessend dann die bekannten Worthülsen als Kommentar mit "Rückbau bzw. Sperren" von illegalen Trails. Was ist danach passiert? Nichts.

Mountainbike-Sport ist eine wunderbare Angelegenheit. Hat man im Rathaus bzw. bei den zuständigen Touristikern kein Ohr für diese Bedarfs-Sportart? Man giert doch nach Tourismus? Der Herrenalber Website-Aufruf beginnt mit "Mountainbike- und Wandertouren"? Dazu gehören entsprechende örtliche Ausweisungen von attraktiven Strecken. Dazu gehört auch eine regelmässige Unterhaltung und Pflege. Auch die seinerzeit mit viel Aufwand zertifizierten NordicWalking-Stecken verkommen. Gartenschau über alles...

Resümee 2: Der Nachwuchs der Wanderfalken fiel diesmal spärlicher aus. Zwei Junge nur. In den Jahren davor waren es meistens vier. Nun, immerhin. Diese zwei überlebten, wurden im Nest hervorragend versorgt und erhielten danach von den Falkeneltern auch das im Flug in der Luft notwendige Nahrungssuche-Training. Das dauert zwei, drei Monate, bis die Eltern sich immer mehr distanzieren und der Nachwuchs eigenständig für sich selbst sorgen kann.

Die Beute-Übergabe in der Luft klappt nicht immer. Falkenvater oder -mutter fängt, tötet und lässt kurz vor den dann anfliegenden Jungfalken die Beute fallen. Vor kurzem musste ich aus einer Regenrinne am Haus, nicht gerade tief gelegen, eine solch misslungene Übergabe entsorgen. Eben Natur! Falken fliegen verlorene Beute am Boden nicht mehr an.

Unserer Information gab es ansonsten im gesamten Kreis keinen Wanderfalken-Nachwuchs.

Um so wichtiger sind die Erhebungen, aus deren Ergebnis dann je nachdem geeignete Massnahmen ergriffen werden. Unserer Kenntnis nach fiel aber diesmal am Falkenstein - im Gegensatz zu den Jahren davor - die notwendige Beringung aus. An der Bereitschaft der Kletterprofis der Bergwacht bzw. der Skizunft kann es nicht gelegen haben. In meiner Zeit als Naturschutzwart war das jedenfalls so.

Die immer noch vorhandene Abschaltung der Flutlichtbestrahlung des Falkensteins hat nichts mehr mit dem Vogelschutz zu tun. Die ebenfalls von Steinewerfern von einem vorderen Felskopf aus zerstörten beiden Scheinwerfer sollten lt. Auskunft der Stadtwerke-Leitung Anfang Juni ersetzt werden.

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