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In einer englischen Grafschaft wurden sie Spriggan genannt, im Volksglauben Fabelwesen, die an allem möglichen Schuld waren. Einer russischen Legende nach konnten sie aber den Menschen magische Fähigkeiten verleihen. Wie war das nun hier in Herrenalb?

Die Älteren erlebten ihn noch. Sicherlich eine völlig andere Zeit. Aber allemal echter als die heutige mit „Stadtvertretern und Touristikern“, die noch nicht einmal wissen wie eine Tanne oder nasses Gras riecht, die nie in den vielen Tälern oder auf den Höhen unserer einmaligen Landschaft zu sehen sind. Die noch nicht einmal ahnen, was Herrenalb wirklich ausmacht und was sich aus dieser Unerschöpflichkeit gerade heutzutage in dieser Suche nach neuer Besinnlichkeit damit anfangen liesse.

Der frühere Plotzsägmüller Friedrich Kübler kannte ihn ...

...und erwähnte ihn sogar in seinen Berichten über die Plotzsägmühle: Ja, von Hubertus Waldteufel ist die Rede. Sein echter Name Emil Dietz. Er war ein Stück Herrenalb als Herrenalb noch „normal“ war - wahrscheinlich auch schuldenfrei. Das Prädikat „Bad“ lernte er nicht mehr kennen.

1912 heiratete er in Hamburg Anna Elisa Nesh, später lebten sie beide in Karlsruhe. Noch keine 60, zog er sich mit seiner Frau in das Albtaljagdhaus auf Loffenauer Gemarkung zurück. Seine Rente war spärlich.

Dort begann dann die Karriere des Herrenalber Waldteufels. Auf seinen vielen Wanderungen begann er zu texten. Den Namen „Hubertus Waldteufel“ legte er sich als Pseudonym zu, komponierte Lieder, schrieb viele Gedichte und und und. Sogar auf Schallplatte erschienen seinerzeit Lieder von ihm. Begleitet wurde dieser Gesang durch das damals über TV-Auftritte bei Peter Frankenfeld bekannt gewordene Hellberg-Duo (Klavier). Anfang der Vierziger Jahre zogen beide nach Zieflensberg.

Ob es den Tatsachen entspricht, weiss wohl heute keiner mehr: im April 1945, Emil Dietz war nicht zuhause, sollen einrückende Franzosen seine Frau mit Gewehren so sehr erschreckt haben, dass Anna Dietz fortan vom Hals ab gelähmt war.

Emil Dietz alias Waldteufel war bei der Bevölkerung sehr beliebt. Bei festlichen Anlässen trug er humorvoll Gedichte und wie es heisst auch Lieder vor. Die letzten Jahre lebte er mit seinem „Hexle“, die er aufopfernd pflegte, in einer Wohnung gleich neben dem Rathaus. Sie starben beide 1957 in einem Abstand von nur einem Monat, erst seine Frau, das „Hexle“, dann Emil Dietz selbst.

Auf dem Friedhof existiert vielleicht noch das Grab „Waldteufel und Hexle“… Die von ihm besungene Harfentanne stand bis vor wenigen Jahren…

(Quellen: Privat, Ka.sstadtwiki.net und F. Kübler)