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Würden wir Herrenalber Kinder fragen, was unsere Stadt auszeichnet, kämen diese sicherlich  auf´s Naheliegende. Man könnte auch schauen, was Bürger vergleichbarer „Kurorte“ empfinden, bei denen womöglich ebenfalls schon vor Jahrzehnten der Dornröschen-Schlaf einsetzte. Nur - die meisten sind wach geworden. Wir könnten dabei durchaus auch im Landkreis Calw verbleiben und dort nach Vorbildern suchen, in Bad Wildbad zum Beispiel.

Grosse Gemeinsamkeit ist die Tal- und Berglandschaft, die schadstoffarme Luft. Dafür steht insbesondere der Wald, und ganz besonders der in Herrenalb dank Naturgewalt und Forst-Weitsicht sich ausbreitende echte Schwarzwald-Mischwald. So wie er früher einmal war. Mischwald.

Die unbestrittene, nur in den Ursachen strittige Erd-Erwärmung macht unseren Nadelwäldern den Garaus, den flachwurzelnden Fichten allemal. Bannwälder, Naturschutzgebiete, Nationalparks sind unsere Sauerstoffspender von heute und erst recht von morgen. Im Nationalpark Müritz ist inzwischen die Buche wieder die Herrin des Landes und drängt bis an die Seen vor.

Wirtschaftswald oder „Wald in natürlicher Entwicklung“? Diese eigentlich längst beantwortete Frage beschäftigte hier im Nordschwarzwald, auch in Herrenalb, vor einigen Jahren noch viele. Artenvielfalt im Wald braucht Mannigfaltigkeit um sich herum. Die von einigen immer  noch empfundene „Unordnungen“ im Wald sind Chancen. Was das eine vernichtet...

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...schafft dem anderen Entwicklungsmöglichkeiten. Auch Borkenkäfer und Biber bringen Wandel in den Wald, lassen ihn lebendig werden – und geben uns Menschen mit seinem ruhigen Wald-Wunder Ausgleich und Besinnung.


Wer spürte nicht in sich Trauer und Bangen, als es vor Jahrzehnten hiess, der Wald sei am Sterben?

Während in den Städten die Luft „steht“, könnten Orte wie Herrenalb mit dem „Baden im Wald“, mit dem Zauber noch vorhandener Unberührtheit locken. Es ist nicht nur der Förster Wohlleben aus der Eifelgemeinde Hümmel, der als mehrfacher Buch-Autor den Menschen wieder die Bäume näher bringt, in dem er ihnen von deren Eigen-Leben erzählt.

Von Hildegard von Bingen (1098-1197), also lange vor ihm, ist überliefert: "Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün."

In den frühen Achtziger Jahren entstand in Japan, im Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, der Begriff "Shinrin Yoku". Er lässt sich übersetzen mit: Kontakt im Wald. Nach unserer Sprachauffassung wurde daraus "Baden in der Waldluft" oder kurz "Waldbaden".

"Shinrin Yoku" gehört mittlerweile in Japan und Südkorea zur Gesundheitsvorsorge und entwickelte sich zur Wald-Therapie. Es folgten viele wissenschaftliche Arbeiten, welche genau das bewiesen, was man tief in Inneren auch bei uns schon wusste, mindestens aber ahnte: Ein "Bad" im Wald senkt den Blutdruck, reguliert den Puls und reduziert auf natürliche Weise Stress.

In Herrenalb interessiert das alles nicht. Oder noch nicht? Dort will man Hotels. Nichts gegen Hotels. Wenn sie denn belegt sind und „laufen“. Es existieren allerdings nur wenige Hotels aus sich heraus. Beispiele sind "Tonbach Traube", "Sackmann" und "Bareis Mitteltal" in Baiersbronn. Regelrechte Traumschiffe für Gutbetuchte, die für mindestens zwei oder drei Wochen so viel interne Abwechslung bieten, dass niemand das Hotel verlassen muss. Aber immerhin: Sie liegen alle im oder am Wald.

Die Mehrzahl der normalen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen bringen ihre Gäste zur Nacht unter, verköstigen sie mehr oder weniger gut – und warten ebenso wie ihre Kundschaft auf örtliche Destinationen, die ihnen letzendlich die Betten füllen – und ihren Gästen Abwechslung und Wohlgefühl vermitteln. In Herrenalb gehen lt. Statistischem Landesamt die Belegungszahlen entgegen aller bekannten Lügenmärchen konstant zurück (zuletzt wieder um 3 Prozent). Das Ergebnis wäre ohne die auf „eigene Rechnung“ schwimmende Ev.Akademie (Tagungsgäste) und den Gästen des ebenso eigenständigen Schwarzwald Panorama noch prekärer.

Da helfen auch gutgemeinte Durchschnitts-Verschönerungszahlen von AlbtalPLUS nicht. 20 Prozent Steigerung in Ettlingen und 3 Prozent Minus in Herrenalb ergibt nur für unerbittliche Hoffnungsträger ein Plus von 17 geteilt durch 2, also ein Plus von 8,5 für Herrenalb.

Es muss in der Tat einen gravierenden Unterschied geben zwischen hiesigen einheimischen „Touristikern“, welche all das, insbesondere aber die unumgängliche Staffelung der Interessen-Entscheidung von potenziellen Gästen bis heute nicht erkennen wollen – während anderswo, nicht nur jetzt auch in Bad Wildbad eine echte touristische Konzeption zu greifen scheint: Dort entstanden und entstehen regelrechte Destinations-Ketten als magnetisches Umfeld für das Erleben von Landschaft und Wald, von Wohlgefühl und Gesundheitsbewusstsein.

Unsere hiesigen „Fachleute“ ergehen sich derweil weiter in rosigen Zeitenträumen und wünschen sich partout städtische Erlebnislandschaften wie Badeparadies oder Kurzweil mit Ablaufdatum – nebenbei all das, was die städtischen Gäste meistens bei sich zuhause um die Ecke in der nächstgrösseren Nachbarstadt vorfinden.

Davon abgesehen soll in Herrenalb ein „Investor“ alles das richten, wozu die eigene Gestaltungskraft nicht reicht – aber mitreden will man allemal (siehe Ergebnis Theurer, siehe Ergebnis Mönchs Posthotel, siehe Ergebnis Rennberg etc.).

In Herrenalb sehen nicht wenige den Schwarzwald vor lauter Bäumen nicht.

(Die Betrachtung "Unser Wald - Leben mit und von ihm!" wird in loser Reihenfolge fortgesetzt.)