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Kalkulation "Wir-Gefühl"

DIE NUTZEN-RECHNUNG


„Im Rausche des `Wir´ kann man sich wohlig warm einkuscheln…“


Wir-Gefühl – das flauschige Nest, die familiäre oder liebevolle Wärme-Decke - echtes Wir-Lebensgefühl. Wo es stattfindet - und wenn es stattfindet.

Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist da oder tritt ein. Unaufgefordert. Dort wo Menschen miteinander können. Sich aufeinander ein- und verlassen. Nach Förster Wohlleben kennen und können es u.a. sogar die Buchen. Hochgewachsene Mutter- und Vater-Stämme verteilen dort...

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...übers Wurzelleben entsprechende „Wärme“-Botschaften an ihren Nachwuchs oder nebenstehenden Zukurzgekommenen.


Die Familie, die Freundschaft, die verlässliche Beziehung – sie alle kämen und kommen ohne dieses Gefühl der Wir-Gemeinsamkeit nicht aus. Verbundenheit, Partnerschaft, Nähegefühl, Verlässlichkeit. Allen aber ist gemeinsam, dass sie in sich oder sogar von allein entstehen, vielleicht sogar von einem Tag zum anderen da sind. Die Rede ist von zwei, drei oder mehr, aber immer nur einigen wenigen Menschen. Wir-Gefühl als erlebbar geteilte soziale Identität ist da oder auch nicht. Es lässt sich nicht verordnen.

Allein das öffentliche Ansagen, es müsste doch endlich eintreten -- dieses Wir-Gefühl auf Knopfdruck als allgegenwärtig herzustellen, entbehrt jeglicher Logik. Einer Gesellschaft das vorhandene Nichtvorhandensein als Vorwurf entgegen zu halten ist der Versuch eine Schuld herzustellen, um damit der Erfüllung nach Zustimmung zu Erwünschtem näher zu kommen.

Echtes Wir-Gefühl ist nicht nur nicht vorhersehbar, sondern in und für grössere Gruppen sogar unmöglich. Solche Aufrufe
wollen aus Unwissenheit oder Eigennutz heraus Grenzüberschreitungen erzwingen, die mit einem Wir nichts mehr zu tun haben. Gemeint ist dann allenfalls der leistungsspezifierte Anspruch an sogenanntem Team- oder militärischen Korpgeist.


Es handelt sich dabei allerdings um eine Gruppendynamik, in der einzelne Mitglieder ihre individuellen Bedürfnisse für ein Gruppenziel zurückstellen. Dem liegt ein Nutzenkalkül zugrunde, welches aber dem Vorteil des Einzelnen kaum oder nie gerecht wird – und zumeist das ureigentliche „Wir-Gefühl“ sogar ausgrenzt oder ersetzen soll.

Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe mag dem einen oder anderen höheres Selbstwertgefühl ermöglichen (Gruppenstolz), dazu muss aber in Kauf genommen werden, sich schon wieder von anderen Gruppen im Erscheinungsbild etc. abgrenzen zu müssen (Uniform).

Von verständlichen Einzelgruppen abgesehen, hiesse das auf die Allgemeinheit bezogen Im Gleichschritt Marsch! Das ist Geschichte - bis 1989 sogar noch die einiger Bundesländer. Wer diesen „Befehl“ heute zum Leben erwecken will, macht gleichzeitig Feinde, die es gestern noch nicht gab.

„Wir“ sind wer. „Wir“ sind Weltmeister. „Wir“ sind Papst. Nie gewesen. Keiner von uns. Klägliche Versuche, Nationalstolz oder Selbstwertgefühl mittels falsch erklärtem Wir-Gefühl (wir als einer oder einer von elf) herbeizuschreiben, wobei offen zu bleiben hat, ob es dem jeweiligen Autor oder seinen Lesern daran zu mangeln schien.

Ein Land, wir alle wurden Weltmeister, weil in einer gesellschaftsbreiten Sportart einige Bälle mit den Füßen schiessen konnten? Das ist Entrückung der Wahrheit, aber kein Wir-Gefühl. Reale Vorteile bzw. Nutzenergebnisse haben/hatten nur wenige davon. Das sind in der Regel die Rufer selbst, die sich auch keinen Deut darum scheren wie sich Nichtbeteiligte, Nichtspieler, Nachbarn, andere Gruppen, andere Länder und Staaten fühlen.

Die Geschichte zeigt uns viele Wir-Beispiele, die auf die Menge bezogen, so gut wie immer als kurz- oder längerlebiger Versuch endeten bzw. scheiterten. Da sollten ebenfalls alle von einem Wir-Gefühl überzeugt werden. Wenn „gute“ Worte nicht mehr reichten, folgten Mittelanwendungen. Andersfühlende, Andersdenkende, Nicht-Wir-Empfindende wurden zurecht gebogen, eingesperrt, gefoltert oder auch ausgerottet. 

Zuneigungsformen, das einzige, worauf sich dieses Gefühlsbild „Wir“ gründen kann, sind nicht verordnungsbar. Und gottseidank ist es so. Ansonsten würden wir alle heute noch im Tausendjährigen Reich leben müssen, weil nur der Eine das Wir vorgäbe. Der IS, aber auch sämtliche Kriegsgewalttaten früherer und heutiger Geschichte haben sich im Ergebnis aus falsch verstandenen oder erzwungenen Wir-Gefühlen heraus entwickelt. Die Kirchen wissen heute um ihre früher ebenfalls mehr als falsch verstandene Wir-Gewalt.

Die Gründungsväter unserer Republik -- wahre Lern- und Lehrmeister! Unser Grundgesetz ist Experte im Regelsetzen eines geordneten Miteinanders von und mit vielen Menschen. Die Grundrechte sind der Hüter. In den Grundrechten findet sich kein einziges Mal ein Hinweis auf diese Mehrheits-Intension „Wir“. Da ist vielmehr die Rede von der Freiheit des einzelnen - und einzig und allein daraus kann ein echtes "Wir" erwachsen.

1948 trat unter Vorsitz von Konrad Adenauer ein 65-köpfiger Parlamentarische Rat in Bonn zusammen und arbeitete das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland aus. Diese Frauen und Männer hatten zumeist noch am eigenen Leibe erfahren, wohin dieser überstrapazierte Mythos führen kann. Genau deshalb wurden für diese die Vielfalt und die Meinungsfreiheit u.a. die tragenden Säulen unseres komplexen Zusammenlebens.

Es wäre die Kunst von Politik und von Sozialwissenschaften, Ethikern, Theologen, Philosophen, Künstlern und Schriftstellern, den Allgemein-Bürger zu und an objektiven Gemeinsamkeiten innerhalb dieses Regelwerks zu sinnvollem Miteinander zu bewegen, zu begeistern und vor allen Dingen zu erfreuen. Dazu bedarf es keiner mythischen Verklärung, sondern das Vorleben von traditionellen Werten wie Ehrlichkeit, Respekt und Verantwortung.

Emotionale Fähigkeiten sind immer sozial bestimmt, und im Idealfall wird die sogenannte Denk-Intelligenz von emotionaler Intelligenz ergänzt. Wer noch nicht einmal zwei von diesen drei Dispositionen besitzt, bei dem geht der Schrei nach Wir-Gefühl sowieso ins Leere.

Wo ein Wir, ist auch ein Ihr. Das Wir-Gefühl bleibt der Liebe, der Familie und der Freundschaft überlassen. „Ihr“ sind wir alle. Und das ist auch gut so.

Der Film des Jahres!