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DER WIDERSCHEIN
Verlorene Gedanken?

Die Angst vor der eigenen Courage ist jedem vertraut. Doch mangelnde Reflexion über dieses Dilemma führt zu jenem Verlust an persönlichem Selbst, den wir zur Zeit fast überall erleben. Immer mehr Menschen wenden sich deshalb auch von den etablierten Parteien ab, weil eine wachsende Anzahl dieser Politiker zu viel Angst vor dem eigenen Mut hat.

Was heisst überhaupt Zivilcourage? Courage, französisch Mut, verband sich in Frankreich im frühen 19. Jahrhundert mit Civis, lateinisch Bürger zu courage civil, dem Mut des einzelnen Bürgers, also kurz Bürgermut. Gegenwärtig folgen wir meist der Definition des Journalisten Martin Knobbe: „Heute wird unter Zivilcourage ein mutiges Verhalten verstanden, mit dem sich jemand – ohne Rücksicht auf eventuelle Nachteile – für Werte einsetzt, von denen er überzeugt ist...

"Politik in der Demokratie lebt von Kompromissen und von Mehrheiten. Dies bedeutet allerdings nicht...

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...dass sie ihre Überzeugung aufgeben sollten, wenn sie dafür keine Mehrheit finden.

Prof. Gerd Meyer hat dazu einen entscheidenden Schritt getan: „Zivilcourage oder sozialer Mut ist ein bestimmter Typ öffentlichen Handelns in spezifischen Situationen und unterschiedlichen sozialen Kontexten: sichtbar, aktiv und risikobereit tritt eine Person ein für allgemeine humane und demokratische Werte, für Integrität und die legitimen Interessen vor allem anderer Menschen, aber auch des Handelnden selbst.“

Dr. Heiner Geissler, CDU: Die Kritik an der jetzigen Form der Demokratie liegt doch daran, dass die Menschen denken, alles werde hinter verschlossenen  Türen gemacht.

Den meisten Mächtigen in der Politik, aber auch in der Wirtschaft und in den Medien, sind Kritik und aufrechter Gang aus den eigenen Reihen ein Ärgernis. Gefährlich wird es für die Mutigen vor allem dann, wenn ihre Kritik die personelle Spitze beschädigen könnte. .... Wenige kritische Worte reichen häufig, um als Nestbeschmutzer und Dreckwühler diskreditiert zu werden.

Der Grat zwischen „Nestbeschmutzung“ und „Zivilcourage“ ist schmal. Dennoch sollten wir gerade die Arbeit schätzen, die Widerspruch erregt, die enthüllt, die im Schmutz gewühlt hat.

Nur selten sind politische Führungen - gleichwo - weitsichtig und tolerant genug, konstruktive Kritik als Chance zu erkennen.

Viele Bürger rufen nach mehr Mitbestimmung, wollen direktere Einflussmöglichkeiten und zeigen ihr politisches Engagement in ganz unterschiedlicher Art und Weise. Gleichzeitig wächst das Misstrauen in die Alt-Parteien und deren Politiker.

Dr. Peter Gauweiler, CSU: Von mir ist verlangt worden, dass ich mich für das Gegenteil dessen entscheide, was ich… vor meinen Wählern vertreten habe.

Wenn unsere Demokratie wieder lebendiger werden soll, müssen Inszenierungen, übersteigerte Personalisierungen und Showkämpfe auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Stattdessen sollte der ehrliche Streit, der Wettkampf um die besseren Ideen und Konzepte in den Mittelpunkt der Politik rücken.

Das gilt in Kleinen wie im Grossen, ist notwendig in jeder Gemeinschaft. Dazu könnte ein Zitat von Albert Einstein eine Richtschnur geben: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Teilweise Textauszüge von Marco Bülow, SPD (MdB) in “Der Bürger im Staat“, Ausgabe “Aufrechter Gang – Zivilcourage im Alltag“.