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mit Marcel Huck

(16.9.2016) Eine Interview-Reihe mit Bad Herrenalb im Fokus. Eine Stadt im Entwicklungsnotstand. Eine kleine Stadt mit Turbulenzen, die sie weit über die Region hinaus bekannt machten. Eine Stadt mit hohen Schulden. Eine Stadt, der ohne Vision und Konzept der finanzielle Kollaps droht.

Aber auch eine Stadt mit der Weltmarke „Schwarzwald“. Mit reichem Natur-Potenzial und einer liebenswerten Bürgerschaft. Mit vielen jungen und älteren Menschen. Mit Zuneigung von vielen Seiten. Bleibt also die Frage, wie geht es weiter?


Wir danken diesmal Herrn Marcel Huck für die Bereitschaft, dem Herrenalbforum Frage und Antwort zu stehen. Das ist nicht selbstverständlich. Es zeigt Zivilcourage und auch grosse Sympathie zu unserem Herrenalb.

Herr Huck, ein echter Herrenalber, befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zum Steuerfachangestellten und ist ehrenamtlich im SV 1920 Bad Herrenalb e.V. als Schatzmeister tätig.

30 Fragen, 30 Antworten:
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1. Herr Huck, Sie sind aktuell 22. Ist das richtig? Wie wird man in so jungem Alter Schatzmeister des hiesigen Sportvereins SV Herrenalb?
Ich bin jetzt im Juli 23 Jahre alt geworden. Letztes Frühjahr konnten wir auf unserer Generalversammlung keine vollständige Vorstandschaft stellen. Danach trafen sich einige Mitglieder zu einer internen Sitzung. Es wurde besprochen, wie wir es weiter angehen. Da ich mich in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten befinde, kenne ich mich in diesem Bereich schon ein wenig aus und meldete mich daraufhin freiwillig, zumal mir der Verein sehr am Herzen liegt.

2. Sie sind ausgebildet als bzw. lernen was? Ihr Berufs-Ziel?
Zurzeit bin ich im dritten Ausbildungsjahr und werde danach auch bei diesem Steuerbüro bleiben. Mein Chef sprach schon mit mir und würde mich gerne langfristig übernehmen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, eines Tages in einem der umliegenden Landratsämter zu arbeiten. Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht mache ich auch noch den Steuerfachwirt oder den Steuerberater. Für diesen Beruf muss man nicht studieren. Nach entsprechender jahrelanger Erfahrung kann man zur Steuerberater-Prüfung zugelassen werden.

3. Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht gerade im Sportverein aktiv sind?
Mit meiner Freundin zusammen unternehme ich viel, wir gehen öfters essen, auch ins Kino. Zudem habe ich noch viele Freunde, mit denen ich auch weggehe. Ich wohne in Herrenalb, aber immer wenn irgendwo Feste sind, Klosterfest hier oder in Frauenalb, oder das Reiterfest in Rotensol, da sind wir dann unterwegs. Manchmal zieht es uns auch in die Fächerstadt nach Karlsruhe. Wenn man so jung ist, dann geht man noch ein bisschen On Tour.

4. Geht Ihre berufliche Orientierung eventuell auch den Weg von Herrenalb weg?
Gut, ich arbeite ja schon in Ettlingen. Es kommt darauf an. Wenn ich z.B. noch den Steuerberater mache und hier in Herrenalb fehlt einer und der entsprechende Zulauf da wäre, könnte ich mir schon vorstellen, hier auch eine Kanzlei aufzumachen.

5. Wenn man auf Ihre Website SV Herrenalb klickt, wird man mit dem Aufruf „Fair Play, Respekt und Toleranz im Fussball“ begrüsst. Gilt das auch über den Fussball hinaus?
Fairplay ist auf jeden Fall wichtig. Toleranz und Respekt auf jeden Fall auch. Wir haben jetzt im Fussballverein Asylanten von Marxzell und von der Linde im Unteren Gaistal aufgenommen. Sie sind bei uns schon richtig etabliert. Wenn wir uns auf der Strasse sehen, grüssen wir uns, reden miteinander. Sie sind froh bei uns aktiv mitwirken zu können und diese Chance geben wir Ihnen beim SV Bad Herrenalb.

6. Was ist der Unterschied zwischen SV Herrenalb und SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol?
Wir sind zwei Vereine, einmal der SV Bad Herrenalb und die SG Neusatz/Rotensol. Beide Vereine sind eigenständig, jeder hat seine eigene Kasse, sein eigenes Sportheim. Wir sind nur im Spielbetrieb zusammen.

7. Wollen Ihre Freunde mehrheitlich in Herrenalb bleiben?
Den meisten meiner Freunde gefällt es hier in Bad Herrenalb. Jedoch sind schon ein paar von ihnen berufllich bedingt weggezogen, was natürlich nicht bedeutet, dass es sie nicht irgendwann wieder her zieht.

8. Was reizt einen jungen Menschen an Herrenalb? Ist ein Leben in einer grossen Stadt für Sie nicht interessanter?
Ich bin hier aufgewachsen und fühl mich hier sehr wohl. Meine Familie und meine Freunde wohnen hier, ich bin also richtig verankert in Bad Herrenalb. Meine Mitmenschen respektieren und schätzen mich, dass ist mir auch wichtig. 

In der Grossstadt, in Karlsruhe zu wohnen, reizt mich nicht. Es ist mir einfach zu laut und zu dreckig. Ich finde Herrenalb viel schöner. Das sagen viele, auch einer aus meiner Klasse. Der zieht jetzt z.B. von Graben-Neudorf zu uns an das Ende vom Albtal. Seine Famile baut oben auf den Rennberg ein Haus. Dieser findet es in Bad Herrenalb echt schön und vor allem ruhig. 

Jedoch muss jeder für sich selbst entscheiden, wo er sich wohlfühlt. Sicherlich kommt es auch darauf an, ob man hier seine Bindung hat. Ob man vielleicht nur zugezogen ist, weil die Eltern einen Zwischenstop machten.

9. Man liest immer wieder, dass die Vereine in Herrenalb grosse Nachwuchssorgen haben - wie sehen Sie dies? Gilt das auch für Ihren SV Herrenalb?
Ja, es ist so, man merkt es einfach. Die neuen sozialen Medien zum einen. Man wird auch mit so vielem bombardiert, in der Schule, den Lernstress durch das G8, viele kommen nicht hinterher mit dem Lernen. Es wird einfach alles viel schneller und die Erwartungshaltung wird grösser.

Viele können sich auch nicht mehr vorstellen, bei Regen oder Schnee auf dem Platz rauszugehen und sitzen dann lieber zuhause im Warmen auf dem Sofa, schauen Fernsehen oder spielen am PC oder mit der Playstation.

Heutzutage wird die Freizeit anders genutzt. Schade eigentlich, denn im Verein lernt man Teamfähigkeit, Fairness, das Handling, wie man miteinander umgeht. Das bleibt dort auf der Strecke.

10. Fühlen Sie sich von der Politik Herrenalbs ernst genommen? Hört diese sich die Stimmen der Jugendlichen, der jungen Menschen an?
Ich selbst setze mich mit der Politik in Herrenalb noch nicht so auseinander. Jetzt habe ich mit meiner Ausbildung und auch hier als Schatzmeister zu tun. Das ist die Priorität.

Meine Schwester ist als Betreuerin im Jugendraum tätig. Dort war auch schon Herr Bürgermeister Mai vor Ort und hat sie gefragt, was man denn noch für die Jugendlichen machen könnte. Sie machte daraufhin Vorschläge. In Facebook ist aufgrund der Frage von Herrn Mai auch schon was gepostet worden, was man ändern könnte. Es wurden also einige Vorschläge gemacht, aber bis jetzt hat sich da noch nichts geändert.

11. Was würden Sie sich in Herrenalb ad hoc wünschen, sofern Ihnen hier überhaupt etwas zum Glücklichsein fehlt?
Es fehlt ein Ort an dem sich die junge Generation treffen und gemütlich den Abend verbringen kann. Früher gab es das Pinocchio in der Klosterstrasse. Als wir jünger waren, sind wir da öfters nach dem Jugendraum hingegangen. Dort herrschte eine schöne Atmosphäre. So was fehlt in Bad Herrenalb.

12. Besuchen Sie ab und an die Therme oder das Waldschwimmbad? Was von beiden ist wichtiger?
Doch, in der Therme war ich schon. Allerdings nicht oft. Wir gehen da manchmal während der Wintervorbereitung zur Rückrunde vom Sportverein aus hin. Mit meiner Freundin war ich auch schon dort. Im Sommer bin ich natürlich öfters im Waldfreibad. Ich finde beides wichtig. Die Therme, finde ich, ist unser Aushängeschild. Beides sollte wenn möglich erhalten bleiben.

13. Braucht Herrenalb eine Therme, um in eine erfolgreiche Zukunft blicken zu können? Was haben Sie persönlich, was hat Ihr Verein davon?
Die Therme ist wie gesagt das Aushängeschild von Bad Herrenalb, es lockt vielleicht doch noch ein paar Menschen an, die es dann auch mal in die Klosterstrasse zieht. Aber wenn das mit der einen Million Verlust stimmt, werden offenbar doch nicht genügend Menschen in die Therme gehen.

14. Finden Sie es richtig, dass Herrenalb sich um Flüchtlinge kümmert? Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht? Der Satz von Frau Merkel „Wir schaffen das!“, dagegen haben Sie nichts? Hilft es vielleicht sogar der sogenannten Alterspyramide?
Ja, ich finde es gut, dass man Menschen, die verfolgt werden oder die jeden Tag um ihr Leben bangen müssen, hier aufnimmt und unterstützt. Aber eben auch so viele, wie wir unterbringen können. Gegen den Satz von Frau Merkel habe ich nichts. Wichtig ist die Verteilung. In Neurod hat man zum Beispiel extra so einen kleinen Komplex gebaut. Das finde ich gut. Es gibt auch so viele offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt.

Ich würde mir wünschen, dass die Flüchtlinge schnellstens integriert werden, sich ihr eigenes Leben aufbauen können, deutsch lernen, hier bleiben und damit auch der deutschen Marktwirtschaft helfen.

Es war vielleicht zu viel auf einmal. Aber letztenendes würde es aufgrund des jungen Alters vieler Flüchtlinge auch der Alterspyramide helfen.

15. Wenn man die Namen der ehrwürdigen Gründungsmitglieder des SV Herrenalb durchgeht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Bechtle, Beutter, Grässle, Harzer, Hädinger, Kübler, König, Pfeiffer, Kull usw. Warum kein Nofer?
Schade, dass kein Keller dabei war, da gibt es auch ganz viele (lacht, da seine Mutter eine geborene Keller ist). Hm, Nofer, vielleicht haben die damals nicht Fussball gespielt. Die Menschen im Gaistal hatten Landwirtschaft und Tiere, und damit genügend zu tun.

16. Freuen Sie sich auf die Gartenschau oder ist das etwas, was junge Menschen eher nicht so sehr interessiert?
Also, ich freue mich sehr darauf. Herrenalb wird ja komplett umgebaut. Baustelle auf der Schweizer Wiese, Baustelle im Kurpark. Ich bin wirklich gespannt wie das am Ende alles aussieht.

Ich freue mich auch auf die vielen Veranstaltungen, werde auch öfters hingehen, kann ja grad rüberlaufen. Ich wohne im Bleichweg. Bin also sehr gespannt auf die Gartenschau. Desweiteren hörte ich, dass da was für Biker gebaut wird. Es gibt die Wurzelwegradler, bei denen meine Gross-Cousins tätig sind, die werden sich auch freuen.

Man kann dann wieder mehr im Park machen. Es wird einfach wieder mehr geboten.

17. Straubenhard, Ettlingen und auch Gernsbach haben einen Jugendgemeinderat. Warum haben wir keinen?
Das ist eine gute Frage. Das wäre nicht uninteressant. Erinnert mich an David Purps, der uns damals im Jugendraum tatkräftig unterstützt hat und viel für uns jungen Leuten gemacht hat. Ich fände es nicht schlecht, wenn man so einen Jugendgemeinderat hätte, gerade hinsichtlich des Jugendraums, der früher sehr viel Zulauf hatte. Meine Schwester berichtete mir, dass dort immer weniger los sei.

18. Ich sprach kürzlich in Schielberg mit einem Professor der Medizin, der dort im Ortschafts- wie auch Gemeinderat ist. Denke ich an unsere früheren oder auch jetzigen Gemeinderat, finde ich kaum einen echten Freiberufler, keinen Lehrer, keinen Juristen, kaum einen Arzt, kaum Intellektuelle. Wie sehen Sie das?

Vielleicht haben wir keine in Bad Herrenalb oder die haben kein Interesse daran. Ja, ich finde es auch schade.

19. Ist Bildung wichtig? Bringt Bildung im Leben weiter? Wie sieht, sah Ihr Bildungsweg bislang aus?
Bildung ist heutzutage sehr wichtig. Vieles ist komplexer geworden, Arbeitgeber schicken ihre Angestellten auf Fortbildungen, weil die Technik sich stetig ändert und verbessert. Durch Bildung kann man u.a. auch seine eigene Meinung besser vertreten, zu vielen Themen Stellung beziehen und seinen Senf dazu geben.

Ich war schon immer sehr gut in der Schule, kniete mich eigentlich immer rein. Ist auch heute noch so. Mein Chef ist mit mir zufrieden, auf meinem Zeugnis hatte ich jetzt einen 1,5 Durchschnitt.

Nach der Realschule ging ich auf das Wirtschaftsgymnasium, in die Wilhelm-Röpke-Schule in Ettlingen, machte dort 2013 mein Abitur, wollte zuerst studieren, das klappte aber nicht, daraufhin machte ich ein soziales Jahr in der Falkenburg-Klinik und betreute dort orthopädische und kardiologische Patienten. Das war eine wichtige Erfahrung, auch einmal was ganz anderes sehen. Danach zog es mich in die Steuerlehre. Ich bin froh, dass ich jetzt das Steuerfach lerne, denn Steuern wird der deutsche Staat immer erheben

20. Sie sind ein Herrenalber Gewächs? Herrenalb ist Heimat oder was?
Meine Mutter kommt vom Gaistal, da wohnt auch meine Oma. Mein Vater ist aus Busenbach, aber seine Mutter stammt von Zieflensberg. Meine Mutter ist eine Keller, deswegen sagte ich das auch vorhin im Zusammenhang mit den vielen Gründernamen des SV Bad Herrenalb.

21. Das Ziel des Landrats Riegger ist es, das verstaubte Herrenalber Kurstadt-Image wegzukriegen. Hat er eine Chance? Was sollte er tun? Wollen wir auch einmal über das Wort „Kur“ nachdenken?
Also das mit dem Image, das stimmt schon. Wir waren kürzlich mit meinen Arbeitskollegen in Andis Spätzle-Stube essen, das Essen war sehr gut, und da sagten meine Arbeitskollegen danach, hier ist ja gar nichts mehr los auf den Strassen, das war so kurz vor 22 Uhr abends. Das ist nur so ein Beispiel.

Aber ich glaube, es wird schwer, dieses Image wieder gerade zu rücken. Verbesserungsvorschläge müssten dahin gehen, dass die Jugend hier bleibt, in dem Sinne, dass etwas geboten wird, hier können wir unsere Zeit verbringen.

Ja, alle aus meinem Freundeskreis, die von auswärtig kommen, definieren Bad Herrenalb mit „alten Leuten“. Da wohnen nur alte Leute, ist da überhaupt was los? Es ist auch so, viele alte Menschen kommen her um hier ihre letzten Lebensjahre zu verbringen, weil es hier einfach schön ist. Das Wort „Kur“ ist wohl schwer aus den Köpfen zu bekommen.

Ich wüsste jetzt auch nicht, was man da machen kann. Gut, man kann hier sehr gut essen gehen. Kürzlich sah ich in Facebook von der Klosterscheuer ein Video vom Besitzer. Das hat der sehr gut gemacht.

Ansonsten, ja, leider haben wir viel zu wenige Freizeit-Attraktionen.

22. AfD? Eine wählbare Partei? Und wenn, weswegen? Und wenn nicht, warum?
Also ich unterstütze die AfD nicht. Ich las mir mal deren Wahlprogramm durch. Ich kenne mich in der Politik nicht so gut aus, aber die Vorstellungen der Alternativen für Deutschland kann ich nicht vertreten. Denke auch, dass viele die AfD aus Protest wählen, weil sie mit der Regierung nicht zufrieden sind, mit der Frau Merkel zum Beispiel.

Man sagt ja auch, verbotene Früchte schmecken am besten und durch den grossen Hype in den Medien, dieser kritischen Darstellung der AfD – ist das wie bei einem Kleinkind, dem man sagt, du darfst das nicht. Dann macht es das erst recht.

23. Landkreis Karlsruhe und Bad Herrenalb. Gibt es Argumente für den Verbleib im Landkreis Calw?
Ich bin gespannt auf den Bürgerentscheid. Im Endeffekt weiss ich nicht, was für einen Verbleib im Landkreis Calw sprechen soll. Ich sage jetzt nur, was ich denke, man hat eine gute Verbindung nach Karlsruhe, viele Herrenalber zieht es Richtung Karlsruhe und nicht Richtung Calw. Es ist unsere Lebensader, Karlsruhe.

Es ist einfach auch schwierig mit dem ÖPNV nach Calw zu kommen, also wenn man kein Auto hat, muss man sogar über Pforzheim fahren. Bei uns sitzt man gemütlich in der Albtalbahn und fährt nach Karlsruhe.

Viele weiterführenden Schulen sind alle Richtung Karlsruhe. Die meisten gehen nach Ettlingen, einige nach Gernsbach.

24. 10 Millionen für die Gartenschau mit der Dauer von 121 Tagen. Was bleibt ist ein neuer Kurpark. Gut so? Nachhaltigkeit?
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen sich darüber bewusst sind, wieviel Geld sie da reinstecken. Kürzlich las ich in der Zeitung, es werden zur Gartenschau zweihunderttausend Menschen erwartet. Manche erwarten sogar dreihunderttausend. Wenn wirklich so viele kommen, die ja alle Eintritt bezahlen, dann hoffe ich, dass sich das trägt. Wenn nicht, bleiben eben viele Schulden übrig.

Der neu gestaltete Rathausplatz, wo man die Alb hautnah erleben kann, finde ich nachhaltig gut. Dieser Platz wurde super gut gestaltet.

25. Marxzell gab in den letzten zwei Jahren 250.000 Euro für schnelles Internet nach Schielberg aus und investiert derzeit 500.000 Euro für die Pfaffenroter und Burbacher Internet-Anbindung. Für weite Teile Herrenalbs ist das immer noch Planungs-Theorie. Könnte man da neidisch werden?
Heutzutage hat jeder ein Smartphone, ein Tablet, surft im Internet. Schnelles Internet ist man einfach gewöhnt. Ja, neidisch kann man schon werden. In Bernbach habe ich kaum Smartphone-Empfang. In Neusatz und Rotensol auch sehr schlecht. In Herrenalb selbst habe ich eigentlich gutes Internet. Bei dem Wandel der Zeit sind schnelle Verbindungen und dazuzählt ja schnelles Internet, einfach selbstverständlich.

26. Nach Abschluss der Gartenschau sind die Schulden der Stadt innerhalb weniger Jahre von 6 Millionen Euro auf fast 30 Millionen Euro geklettert? Welche Chancen hat ein neuer Bürgermeister ab 2020?
Wir müssen erst einmal abwarten, was die Gartenschau bringt, ob es ein positives Ergebnis wird. Ein neuer Bürgermeister wird es, so denke ich, schwer haben, falls er vor einem Schuldenberg steht, seine Ideen zu gestalten. Wenn kein Geld vorhanden ist, kann man noch nicht einmal Ideen visualisieren.

27. Nennen Sie herausragende Herrenalber Besonderheiten für ältere Menschen und für junge Leute.
Da muss ich überlegen. Für Familien fand ich damals den Minigolfplatz gut. Den haben sie jetzt abgerissen. Das Waldfreibad wird auch immer gut besucht, wenn das Wetter mitspielt. Das Wasser dort ist angenehm warm. Integriert ist auch ein Beachvolleyball- und ein Netzfussballfeld, das gibt es auch nicht überall.

Für ältere Menschen, hm? Vielleicht ist da der Wildkatzenpfad interessant. Für junge Menschen, da bleibt schon vieles auf der Strecke.

Interessant ist noch das, was hier vom Kloster geblieben ist. Da fehlen dann aber auch wieder die Menschen, die mehr draus machen. Es ist wie mit unserem Verein. Fussballspielen wollen viele, aber das Drumherum will keiner, dieses Engagement für einen Verein. Es ist echt schade, dabei ist Vereinsleben super!

28. Wieviel Menschen kennen Sie, die in Herrenalb vom Tourismus leben?
Die ganze Gastronomie eigentlich. Die leben aber auch von den Herrenalbern. Ich kenne viele Gewerbetreibende. Aber Leute, die ausschliesslich vom Tourismus leben, da fällt mir nur der Mirko Weber von der Adventure-World ein.

29. Wie informieren Sie sich über das Tagesgeschehen in Herrenalb und der Region?
Meine Familie bekommt jeden Donnerstag das Amtsblatt. Da lese ich durch, was mich interessiert. Wenn man älter wird, nimmt man natürlich auch Allgemein-Themen mehr wahr.

30. Wie immer sind zum Schluss drei Wünsche frei. Vielleicht erfüllen diese sich. Erstens ein Wunsch ganz privat, zweitens einen Wunsch für Ihren Verein SV Herrenalb und drittens noch einen Wunsch für Herrenalb.
Ich wünsche mir, gesund zu bleiben, meinen Beruf ausüben zu können. Dass meine Familie zusammenbleibt, denn Familienleben ist mir sehr wichtig.

Für den Verein ist mein Wunsch, dass sich das mit den neugewählten Vorstandsmitgliedern festigt und wir in den nächsten Jahren erfolgreicher Fussball spielen. Zum 100.Geburtstag des SV Bad Herrenalb im Jahr 2020 möchte ich gerne, dass wir wieder in der B-Klasse spielen. 

Für Herrenalb ist der Wunsch, dass die Gartenschau funktioniert und wir daraus Profit ziehen, so wie die Verantwortlichen sich das gedacht haben und wir auch nachhaltig junge Familien zu uns bekommen.

Sehr geehrter Herr Huck, wir bedanken uns für das Gespräch.