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mit Klaus Hoffmann

(24.6.2016) Eine Interview-Reihe mit Bad Herrenalb im Fokus. Eine Stadt im Entwicklungsnotstand. Eine kleine Stadt mit Turbulenzen, die sie weit über die Region hinaus bekannt machten. Eine Stadt mit hohen Schulden. Eine Stadt, der ohne Vision und Konzept der finanzielle Kollaps droht.

Aber auch eine Stadt mit der Weltmarke „Schwarzwald“. Mit reichem Natur-Potenzial und einer liebenswerten Bürgerschaft. Mit vielen jungen und älteren Menschen. Mit Zuneigung von vielen Seiten. Bleibt also die Frage, wie geht es weiter?


Wir danken Herrn Hoffmann für seine Bereitschaft, dem Herrenalbforum Frage und Antwort zu stehen. Das ist nicht selbstverständlich. Es zeigt Zivilcourage und auch grosse Zuneigung zu unserer Stadt. Herr Hoffmann ist Geschäftsführer der Karlsruhe Tourismus GmbH.

30 Fragen, 30 Antworten:

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1.           Sie sind Geschäftsführer der Karlsruher Tourismus GmbH. Sie leiten offenbar erfolgreich diese GmbH und zudem auch zwanzig Mitarbeiter. Wie kam es dazu?

Ob erfolgreich, das müssen andere beurteilen. Ich kam 2006 zur Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. Wurde Prokurist, war für die Verwaltung zuständig und wurde 2008 zum Geschäftsführer. Ein Bereich davon war auch der Tourismus. Da gab es immer Diskussionen, wo dieser dazu gehört. Es gibt ja auch eine Stadtmarketing-Gesellschaft.

Es folgte ein längerer Prozess der Strukturuntersuchungen. Mit dem Oberbürgermeister Mentrup gab es die Entscheidung, den Tourismus aus dieser Gesellschaft abzuspalten, die Fest-GmbH in eine Event-GmbH umzuwandeln. Hier entstand dann die Frage, ob ich den Tourismus in der neuen Konstellation übernehmen würde. Ich sagte ja, forderte allerdings eine stärkere Verbindung des städtischen Tourismus mit der Region. 2014 ist dann diese Karlsruher Tourismus GmbH gegründet worden mit Übernahme der vorigen Mitarbeiter und mir als Geschäftsführer.

2.           Sie wohnen in Herrenalb, verbrachten als, wie man lesen kann, gebürtiger Karlsruher aber Ihre Kindheit im Allgäu. Nach Stationen u.a. in Berlin ging es 2006 nach Karlsruhe. Wie das und warum Wohnort Herrenalb?

Weggezogen von Karlsruhe sind wir, weil mein Vater bei der Bundeswehr war und sein Standort verlagert wurde. Bei der Bundeswehr ist klar, die Familie zieht mit. Nach erster Berufserfahrung im Allgäu zog ich dann in die weite Welt, also Hamburg, Berlin, Dortmund, München, dann und wie gesagt 2006 nach Karlsruhe. Ich bin kein klassischer Messe- oder Tourismusexperte, ich war in verschiedenen Branchen tätig gewesen, Schwerpunkt kaufmännischer Bereich. Es war bei der Messegesellschaft ein schwerer Prozess, die Messe war noch relativ jung, gerade 3 Jahre alt, aber schwer in den Schlagzeilen. Man wollte mehr Ruhe hineinbringen. Das ging nur strategisch. Rückblickend war das wohl ganz gut, was ich da gemacht habe.

Natürlich braucht man auch einen Wohnort. Erst zogen wir nach Weingarten. Es war wichtig für uns, erst einmal irgendetwas zu haben. Ende 2006 kam unser Sohn auf die Welt. Hier wurde relativ schnell deutlich, dass wir einen neuen Wohnort brauchen, der ein bisschen kühler ist, mehr frische Luft hat, da er anfangs gesundheitlich mit Neurodermitis angeschlagen war. Da meine Frau mehr aus einer „grünen“ Gegend stammt, dem Osnabrücker Land, war die die Richtung schon klar. Die Wahl fiel dann nicht so sehr auf Herrenalb, sondern auf ein Haus, welches meine Frau im Internet fand, so ein typisches Schwarzwaldhäuschen am Mayenberg aus den 30iger Jahren. Natur und frische Luft, das waren die wesentlichen Aspekte unseres Herzuges.

3.           Was macht einen guten Touristiker aus?

Alle mitzunehmen, was vielleicht nicht immer funktioniert, aber das Gemeinsame herauszustellen. Gastgeber und Gäste, Besucher – alle Leistungsträger so einzubinden, dass der Gast sich wohlfühlt.

Damit dieser sich wohlfühlt, muss investiert werden. Die Leistungsträger schauen oft auf die Politik, die sollen machen, die wiederum sagen, es ist doch euer Geschäft, das müsst ihr schon selbst machen. Hier also zu vermitteln, dass es vorangeht.

4.           Sie haben sogar eine Stabstelle Marktforschung. Nicht zuviel des Guten?

Wir betreiben schon lange Marktforschung, haben diese Stelle aber erst im Zuge einer Strategie-Überarbeitung geschaffen. Feststeht, dass aufgrund der immer begrenzteren finanziellen Mitteln wir schon genau wissen müssen, für wen oder was tun wir etwas. Wer sind die Zielgruppen, wo kommen diese her? Und am Ende müssen wir sagen können, mit welchem Medium und wie sprechen wir diese Zielgruppen an.

Zusatzfrage: Interessieren neben Touristen bei diesen Überlegungen auch die Bewohner selbst, die Bürger, Neubürger?

Ja, die interessieren auch. Es geht ja darum, Menschen zu bewegen, Angebote anzunehmen, egal ob Gast, Alt- oder Neubürger. Wenn also jemand aus der Südstadt ins Stadtzentrum geht, handelt es sich in der klassischen Definition schon um einen Tagesgast. Es spielt dabei schon eine Rolle nicht nur in die Ferne zu schweifen.

Neubürger sind natürlich greifbarer, da diese sich anmelden müssen etc. und dadurch die Chance entsteht, ihn diese direkt anzusprechen. Da sind wir gerade mit unserem City-Management im Gespräch. Alles was Touristiker anstossen, steht erst einmal 365 Tage im Jahre dem Bürger zur Verfügung und dem Gast in seinem ausgesuchten Ausschnitt. Man sollte beim Tourismus also nicht immer nur auf die schauen, die von aussen kommen sondern auch auf die, die schon da sind. Wenn wir über Tourismus sprechen, reden wir eigentlich von der Aufrechterhaltung von Attraktivität für die Bürger.

5.           Kindheit, Jugendzeit in Herrenalb erleben – und dann? Was würden Sie hiesigen Jugendlichen empfehlen?

Kindheit und Jugend geniessen, aber den Blick für später offenhalten. Meine Empfehlung ist, geniesst das intakte Umfeld, die Natur, ihr wachst hier in gesunder Luft auf, seid entsprechend behütet und wenn es ans Studieren geht oder die Ausbildung so weit ist, dann guckt, was die grosse weite Welt zu bieten hat. Wenn man selbst zurückblickt, weiss man das, also erkundet die grosse weite Welt. Steht man erst voll im Arbeitsprozess, sind diese Stellen, die das bieten, eher dünn gesät.

6.           In welchem Alter hören wir auf, uns zu ändern?

Manche sehr früh und manche sehr spät. Das hat sich sicherlich mit der Informationsflut auch geändert. Man ist gezwungen, sich anzupassen. Veränderung bedeutet auch Anstrengung, das mag nicht jeder. Derjenige muss vielleicht aus seiner Komfortzone heraus.

7.           Der 300.Stadtgeburtstag Karlsruhe, Ihr Blick zurück?

Für die Beteiligten ein anstrengender Prozess. Auch viel Neuland. Ein glücklicher Umstand war das weitgehend bombige Wetter. Die Ziele, weit im Vorfeld gesteckt, wurden alle erreicht. Wir wollten bekannter werden als eine junge, dynamische Stadt, ein wenig das Beamtenmässige, Behäbige abschütteln.

Ein grosses Ziel war auch, zusammen mit und in der Bevölkerung ein „Wir“-Gefühl zu erzeugen. Ein grosser Erfolg natürlich für die Event-GmbH. Wir waren aber alle zusammengerückt in Bild- und Textsprache. Ein Verdienst von vielen, auch von den einzelnen Ortschaftsteilen. Ganz aktuell ist jetzt eine Wiederholung dieser Initiative mit dem Aufstellen von Klavieren in der Innenstadt, da kann jeder wieder Musik machen. Man sieht, es ist damit und auch mit anderen Engagements ein nachhaltiger Effekt entstanden.

8.           Die Highlights Herrenalb sind?

Die Natur, die Wanderwege aussen herum, das Freibad. Die Therme, eindeutig. Ich kenne viele in Karlsruhe die deswegen hierher fahren, weil sie das nicht haben.

9.           Nennen Sie bitte die sieben Täler Herrenalbs.

O jesses Gott. Jetzt verlassen sie mich, das muss ich eindeutig sagen.

10.        Hillary Clinton oder Bernie Sanders?

Nur gut, dass ich in Amerika nicht wählen muss. Wenn, dann würde ich, so glaube ich, für Sanders stimmen. Es ist ein völlig anders Politiksystem als bei uns.

11.        Noch einen Blick zurück. Sie müssten sich entscheiden. Nationalpark vor der Tür oder Gartenschau?

Dann Nationalpark. Die Möglichkeiten als Einfallstor hätten die grösseren Chancen geboten.

12.        In ca. 3 Jahren ist in Herrenalb wieder Bürgermeisterwahl. Verbinden Sie damit Hoffnungen?

Jetzt habe ich erst einmal mehr Hoffnungen auf die Klausurergebnisse der Gemeinderäte. Da wird sich zeigen müssen, was in diesen drei Jahren noch passieren wird bzw. muss. Man wird dann jemand brauchen, der anpackt und natürlich auch eine Vision mitbringt. Aber nochmals, für mich ist spannend, was aus dieser Klausurtagung wird, um zu sehen, was steckt in diesen Köpfen.

13.        Gartenschau vorbei, die Stadt hat 30 Millionen Schulden. Wir springen nach 2019: Bis dahin nochmals jedes Jahr eine Million für die Therme, eine für den Schuldendienst, eine halbe für Touristik, eine halbe für das Kurhaus. Zusammen drei Millionen jedes Jahr. Gut so?

Ich ziehe erst einmal die 500.000 für die Touristik ab, weil diese Ausgabe operativ dazu da ist, dass sich etwas bewegt. Wenn wir 2019 haben, wird sich womöglich niemand finden. Und wenn es nur ein Verwalter sein sollte, dann geht es nicht voran. Jemand, der sich den Gegebenheiten der Stadt samt Höhendörfern annimmt, bräuchte offenbar keinen 500-Punkte-, noch nicht einmal einen 5-Punkte-Katalog.

14.        Wenn Sie für den Zuzug nach Herrenalb werben sollten, was wären Ihre ersten drei Sätze?

Die wirtschaftliche Entwicklung Richtung Karlsruhe wäre elementar. Die Chance sich daran zu entwickeln, an einer Lebensader mit grossen wirtschaftlichen Expansionsgedanken teilzuhaben. Raum und Gewerbeflächen bieten, die dort nicht vorhanden sind. Bezahlbaren Wohnraum anbieten, der dort nicht vorhanden ist. Dazu: Intakte Landschaft und notwendige Infrastruktur vorhanden, relativ nahe an Gross-Zentren – und noch einen Punkt, im Süden von Karlsruhe!

15.        Bürgermeisterwahl 2019. Ihr Vorschlag, wer macht es?

Ein junger Mann, der nicht nur verwalten, sondern auch gestalten will und weiss – in welche Richtung er die Stadt treiben möchte.

16.        Tourismus oder Wohnstadt?

Eindeutig Tourismus, die Wohnstadt entwickelt sich von selbst. Wie schon vorhin erwähnt, mit all der Attraktivität, die zuerst dem Bürger zugute kommt.

17.        Sie stehen in Wuppertal, in Herford oder in Hannover oder in Duisburg auf dem Marktplatz und werben für Herrenalb als Urlaubsziel. Was sagen Sie dort?

Das sind wahnsinnig unterschiedliche Städte. Ich würde mit der Natur werben, mit der Nähe, in 2 ½ Stunden oder wenig mehr anzukommen. Die gute Anbindung also, die Verbindung zwischen Natur und Kultur, Kultur aus dem Schwarzwald, auch der zum Teil hiesigen Hochkultur, über die Bergrücken zum Baumwipfelpfad usw., also eine unendliche Fülle von Angeboten.

18.        Eine neue Art von Wohnprojekten, Mehrgenerationshäuser, Vital im Alter etc, scheint sich vielerorts für ältere Mitbürger zu etablieren? Warum nicht in Herrenalb?

Es ist eigentlich ein Zurückkehren in die früheren Formen. Die Grossfamilie. Mehr Kinder, auch die Grosseltern wohnten lange mit im Haus. Ansonsten scheint es noch ein rein persönlicher Lebens-Stil zu sein. Der Trend geht eher noch ins Kleine. Aber jeder Trend kehrt sich auch wieder um.

19.        Was würde sich mit dem Landkreiswechsel ändern?

Den Blick nach vorn freimachen. Den Blick in ein Tal, in dem wir eine dynamischere wirtschaftliche Entwicklung haben. Wir hätten auch die Chance, dass sich viele Dinge für die Bürger vereinfachen würden. Viele Wege wären einfacher, vieles erreichbarer. Der Blick nach vorn wäre mir das Wichtigste!

Es wächst zusammen was zusammengehört? Das würden die, die auf die strikte Landesgrenze Baden und Württemberg beharren, nicht so sehen. Wenn wir uns aber die Geografie anschauen, dann auf jeden Fall.

20.        Sie sind für einen Wechsel? Gründe dagegen?

Festhalten am alten Bekannten. Angst vor Neuem ist vielleicht übertrieben. Man zieht ja nicht bewusst in einen Landkreis, aber die Angst vor dem Unbekannten, weil sich Dinge ändern.

21.        Wie überzeugen Sie Herrenalber, die beim Wechsel um ihre gewachsene Infrastruktur fürchten? Rote Kreuz, Feuerwehr usw.

Sicherlich muss man in die Strukturen hineingucken. Man kann auch Manches wieder neu orientieren. Technisch machbar ist heutzutage vieles, da muss man sich wohl keine so grossen Gedanken machen. Es geht aber nicht darum zu spalten und Ängste zu schüren, sondern den Zukunftsblick für das Ganze, die ganze Gemeinde freier zu haben.

22.        Erinnern die Landkreiswechsel-Gespräche in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung wie auch jetzt die Unterredung mit dem Karlsruher Landrat Schnaudigel nicht an alte Zeiten, in der wenige alles unter sich ausmachten? Sind hier nicht ein paar „intransparente“ Ähnlichkeiten?

Richtig, damals waren wir beide nicht dabei. Ich sehe Ähnlichkeiten im Verhalten des Bürgermeisters und bei Gemeinderäten. Soweit ich es verfolgt habe, ist der Weg der BI älter als die jetzt immer wieder genannte nichtöffentliche Sitzung. Warum man diese nichtöffentlich gemacht hat, keine Ahnung, es war doch eigentlich nur ein Gesprächswunsch seitens der BI. Zu dem Gespräch mit dem Landrat Schnaudigel kann ich nur sagen, dass inhaltlich keine neuen Erkenntnisse kamen.

Es war einfach ein Besuch beim Landrat, zu in dessen Landkreis man gerne wechseln möchte, um seine Gedanken zu äussern. Der Landrat hat die Argumente hinterfragt, aber auch erkennen lassen, dass er nicht am Zuge sei. Wenn Herrenalber sich bemüssigt fühlen würden, in den Landkreis Karlsruhe wechseln zu wollen, dann freue ihn, dass der Landkreis eine solch hohe Reputation geniesse.

23.        Karlsruher Technologie-Standbein Herrenalb, zu hoch gegriffen oder machbar?

Meines Erachtens total machbar. Wir kriegen jetzt über kurz oder lang eine schnelle Breitbandversorgung, wir sind sehr nahe dran und wir hätten die Chance vorrangig auf kleiner Fläche Hightech-Unternehmen anzusiedeln, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, was alles noch zu entwickeln sein könnte. Man muss natürlich auch signalisieren, dass man in Herrenalb willkommen wäre.

24.        Was versteht man unter politischer Führung?

Wenn wir an Parteipolitik denken, so spielt die hier keine grosse Rolle. Wenn wir hier über gemeindepolitische Führung sprechen, dem Gemeinwohl verpflichtet zu sein, in eine positive Zukunft gehen zu wollen, nicht auf Einzelinteressen zu schauen – das wäre für mich hier politische Führung.

25.        Hoher Abmangel bei der Therme, beim Kurhaus, beim Tourismus. Ihre Lösungen?

Ja, dieser hohe Schuldenberg, der Investitionsstau, der vorweg getragen wird, das ist ein Hemmnis. Man muss sich allerdings auch klar positionieren. Was wäre wenn, auch ohne Therme? Womit wollen wir dann aufmerksam machen. Gibt es Investoren? Was ist jetzt bislang aus dieser Voruntersuchung herausgekommen? Da müssten ja mal demnächst Ergebnisse vorliegen. Das wäre jetzt schon spannend, wenn der Bürgermeister und die Gemeinderäte diese veröffentlichen würden. Was ist herausgekommen? Vielleicht ist ja auch gar nichts herausgekommen? Das wäre ja auch mal gut, das zu wissen.

26.        Wenn jetzt nie Investoren kommen?

Dann muss man neu anfangen zu denken. Ich könnte mir vorstellen, dass man die Schweizer Wiese als Erlebnisparkfläche mit Wellnesshotel, Geschäften und Wohnraum umgestaltet.

27.        Was bedeutet Ihnen Ihre Freizeit?

Meine Frau würde sagen, ich hätte zu wenig Zeit für die Familie. Tatsächlich ist es so, dass ich einen großen Teil meiner freien Zeit für mein Ehrenamt in der Sudetendeutschen Landsmannschaft aufwende. Ich sage immer, ich bin Multifunktionär. Denn ich bin stellvertretender Bundesvorsitzender, Vorsitzender des Landesverbandes und noch auf der sehr stark operativen Ebene mit direktem Bezug zu grenzüberschreitender Arbeit in unserem Heimatkreis tätig; und dann noch Plätze als Stiftungsrat und anderen Gremien der Landsmannschaft. Aber das ist spannend. Ich bin in zwei Stiftungen und in beiden geht es um die Entwicklung von Museen und in der Landsmannschaft geht es um die Frage, wie wir die Landsmannschaft fit für die Zukunft machen können.

Daran sehen Sie schon, dass ein Teil meiner Vorfahren aus Böhmen kommt, genauer aus Nordböhmen. Drum ist mir Ruhe und zu Hause sein wichtig. Mit der Familie, soweit man das mit Kindern sagen kann, die langsam flügge werden, im Garten werkeln und Freunde treffen.


28.        Donald Trump dort, FPÖ in Österreich, AfD in Deutschland usw? Zusammenhänge?

Die Rückbesinnung auf das Nationale. Das Hochheben dieses Nationalen verkennt die wahnsinnigen Verwerfungen der letzten hundert Jahre. Ich kann verstehen, dass man sich von der EU nicht verstanden fühlt, aber nicht verstehen kann ich diese radikale Rückbesinnung auf das Nationale, was uns viele Katastrophen bescherte.

29.        Die Briten raus aus der EU. Ihre Sicht?

Ich glaube, die Engländer haben sich keinen Gefallen getan. Schon wollen die Schotten wieder darüber nachdenken, sich unabhängig von der Krone zu machen. Die Ursachen sollten schon angegangen sein.

Es ist eben nicht gelungen aus der Europäischen Union ein gemeinsames Zuhause zu machen, wir reden viel zu viel über die wirtschaftlichen Beziehungen, über den Warenverkehr – und wir wachsen nicht zusammen.

30.        Sie träumen und haben einen grossen Wunsch für Herrenalb frei? Für Ihre jetzige Heimatstadt.

(Denkt lange nach). Ich sehe eine belebte Stadt im Grünen, in der Jung und Alt harmonisch miteinander umgehen, die wirtschaftlich prosperiert - und wir alle haben keine finanziellen Sorgen mehr.

Sehr geehrter Herr Hoffmann, wir bedanken uns für das Gespräch.

Alle Fragen sind unvorbereitet im Interview gestellt.