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Bei der Sitzungsvorlage 011/2019 muss Rosamunde Pilcher Pate gestanden haben:

Tränen der Rührung überkommen jeden unbedarften Leser bei der romanhaften Darstellung von Plagen und Mühsal, die Herrenalber Bürger auf sich genommen haben, um endlich in den Tiefen des Nordschwarzwald-Granits Wasser zu finden, welches halbwegs den Vorstellungen von Thermalwasser entsprach. War es nicht eher so, dass die damaligen Herrenalber im Gegensatz zu heute einfach nur die Ärmel hochkrempelten und ans Schaffen gegangen sind?!

Aufgepasst: Bürgermeister Trick 1 "Verantwortung"
Jeder Gemeinderat sollte genauestens überlegen, ob er der Aufhebung der ursprünglichen Beschlussfassung zustimmt. Damit geht auch die Verantwortung an ihn über. Für die Aufhebung sowieso - aber auch für die Folgen!

Herrenalb war und ist mit und ohne dieses Thermalwasser bzw. Siebentäler Therme ein Ausflugsgebiet. Damals wie heute zieht die Landschaft, die Luft und das Ambiente einer Kleinstadt Menschen an. Läge es ausschliesslich am in der Sitzungsvorlage so gepriesenen Thermalwasser bzw. an der Therme, wären dort keine Defizite entstanden und die Therme könnte sich vor Besucher kaum retten. Nur wenige besuchen also Herrenalb heutzutage noch wegen dem in der Sitzungsvorlage so weinerlich dargestellten Thermalbad.

Es geht mit dem veralteten Thermalbad um ein seit Jahrzehnten hochdefizitäres Unternehmen, in dem einige wenige in Herrenalb ihre Brötchen verdienen. Aus und vorbei. Vergangenheit. Man kann auch Grundig und Telefunken nachtrauern.

Man kann natürlich die immer schon vorhandende Anziehungskraft Herrenalbs – wie schon mit der Badeparadies-Pleite und anderen Fantasien geschehen – mit solchen Behauptungen, wie sie der hiesige Bürgermeister mit dieser Sitzungsvorlage öffentlich aufstellt...

KREIS ./. SCHULDSCHEIN
Herrenalb wird dank „verlorenem Kreiswechsel nun zur Brücke in der Welt. Zwischen hier und dort, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft und erhält sogar in Sachen Therme-Sanierung höchste Aufmerksamkeit. Die CDU-Ländles-Fürsten durften aufatmen, ihre politischen Perspektiven blieben unangetastet. Viele Wähler wurden getäuscht...

Dank der Landtagsabhandlung über die Landkreiswechsel-Ablehnung „….haben die Abgeordneten im Landtag jetzt Bad Herrenalb kennengelernt“, so Bürgermeister Mai. Damit sei auch „…die grosse touristische Bedeutung der Kurstadt für den Bäderkreis Calw … wieder herausgehoben worden.“

Dieser Satz verrät das zumindest vorherige Schattendasein in einem armen Landkreis, den Realitäts-Verlust eines Bürgermeisters und gibt nochmals Auskunft über dessen Verlogenheit.  Nicht nur der Bäderkreis bzw. das damit gemeinte Thermenquartett (Bad Herrenalb, Bad Liebenzell, Teinach-Zavelstein, Bad Wildbad) ist schon längst beerdigt und die „Kur“ von verschiedenen Bundesgesundheitsministern seit ewigen Zeiten der Garaus gemacht.

Keine drei Jahre vor dem Bürgerentscheid, am 26.Februar 2014, hatte der damalige Gemeinderat und dieser Bürgermeister Norbert Mai noch anlässlich einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung Einverständnis und Einigung zum Landkreiswechsel-Wunsch erzielt und dies sogar schriftlich den späteren Initiatoren des Bürgerentscheids auch so mitgeteilt:
SANIERUNG ZWECKLOS

Man fragt sich schon, wo die geradewegs neue Herrenalber Unerschrockenheit des Traumes von einem neuen Badetempel oder zumindest sanierten Siebentäler Therme ihren Ursprung nahm. So mir nichts dir nichts.

Die Haushaltslage bleibt unverändert hochverschuldet, einzig die Schlüsselzuweisungen des Landes ergaben ein Plus von ca. 300.000 Euro und die Einkommenssteuer soll um 80.000 Euro steigen. Hochinteressant die im Zusammenhang mit dem Landkreiswechselwunsch von einigen Gegnern noch aufgestellte Behauptung, Herrenalb müsste im Fall des Wechsels nach Karlsruhe eine wesentlich höhere Kreisumlage zahlen. Nachdem diese Thematik vom Tisch ist, steigt die Kreisumlage im Landkreis Calw für Herrenalb um 400.000 Euro. Wer Böses denkt, liegt nicht daneben.


An den Tatsachen, dass die Siebentäler Therme hochdefizitär ist, Jahr für Jahr eine neue Million Euro Schulden verursacht, zu wenig Gäste kommen und jeder Gast lt. Geschäftsführerin Herrmann noch mit mehr als 10 Euro von der Stadt subventioniert wird, hat sich defacto nichts geändert.

Die einzigste Änderung ist jetzt eine Verlustreduzierung der bislang bei den Stadtwerken „versteckten“ Millionen-Schulden der Stadt. Vermutlich als Folge der Roten Karte durch die Kommunalaufsicht.

Mit welchen Fördergeldern und mit dann auch nochmals neuen Krediten die Therme nun lt. den Wünschen von Bürgermeister und einigen Gemeinderäten auch immer saniert werden sollte…