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DER APPARAT

SCHON IMMER SO...

Eine neue Ära beginnt. Der Kopf ist weg – doch der Fisch riecht weiter?! Am neuen kann´s nicht liegen, also warum. Hoffen wir das beste - aber richten wir uns auch darauf ein, der Apparat lebt. Hat überlebt.

Wie effizient ein Prozess arbeitet, entscheiden immer auch die verwendeten Komponenten, im Maschinen- wie im Arbeitsleben bzw. dessen Milieu. Im letzteren wird´s schnell Gewöhnung, es entsteht eine Komponenten-Herrschaft neben dem Hauptorgan – und diese Herrschaftsstärke wird Gewohnheit. Gewöhnung zur Gesinnung. Gesinnung wird zur Küchen-Ideologie - und aus dieser oft nur spärlichen Weltanschauung vieler "Dogmatiker" wird der Apparat. Jeder Apparat verteidigt sich und seine „Macht“. Ihm ist egal, ob vor, neben oder hinter ihm was Neues beginnt.

Schon Tucholsky überdachte den Apparat. Alle die ein Amt haben, sind wichtiger als die ohne. Hinzu käme „die im Staube verhaarende Demut“ der Amtsgänger vor den Amtsinhabern. Das typisch Deutsche vor und hinter der - früher hölzernen, heute gläsernen - Grenz-Barriere.

Jede Bürokratie ist ein Apparat. Die Herrschaft der Wahrnehmung....

...von Verwaltungstätigkeiten „im Rahmen festgelegter Kompetenzen innerhalb einer festen Hierarchie

Übersteigerung von Bürokratie wird zum Bürokratismus. Das ist dann die Handlungsorientierung, welche „die Vorschrift über den Menschen stellt und ihn weitgehend als Objekt behandelt.“

Und natürlich nicht zu vergessen, das Herrschaftswissen. Der Philosoph Max Scheler erkennt in ihr eine der drei obersten Wissensformen: Herrschaftswissen, Bildungswissen und das Heilswissen. Man wird meistens davon ausgehen können, dass die Wissensinhaber in unserer Gesellschaft der Position der Herrschaft zuneigen.

Wie oft hörte man, wir alle seien eine Gesellschaft, damit endlich das Wir-Gefühl entstehe. Gesellschaft bezeichnet in der Soziologie allgemein "eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen die als sozial Handelnde (Akteure) miteinander verknüpft leben und direkt oder indirekt sozial interagieren".

Wir wagen den Sprung vom Herrschaftswissen zum Wissens-Transfer in der Gesellschaft und landen, wie anders, beim Landesinformationsfreiheitsgesetz. Von nicht wenigen amtlichen Inhabern ungern erkannt, von den meisten noch weniger gemocht. Es ist die Abkehr vom langgehegten Amtsgeheimnis, der Grundlage von Herrschaftswissen ohne notwendige Allgemeinbildung.

Ein Landes- bzw. Informationsfreiheitsgesetz (LIFG, IFG) regelt den Anspruch der Nicht-Amtsinhaber auf Zugang zu amtlichen Informationen gegenüber den Apparaten.

Die Gewährung von Zugang zu behördlichen Informationen wird die Regel, die Verwehrung die zu begründende Ausnahme. Der voraussetzungslose Anspruch auf Erhalt von bzw. Einsicht in behördliche Informationen tritt an die Stelle des Bittstellers.

Schon gemäss „Artikel 5 Grundgesetz hat jede/r das Recht, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ Es mangelte nur sehr lange an allgemein zugänglichen Quellen.

Erst um die Jahrtausendwende verpflichteten zwei Landtage, die politische Führung der Bundesländer Berlin und Brandenburg, ihre kommunalen Verwaltungen und Landesbehörden zur Abkehr vom bislang geltenden Amtsgeheimnis. Das hatte dann Folgen für mittlerweile alle Bundesländer - auch für das immer noch mehr schwarze als wirklich grüne Baden-Württemberg. Der Apparat ist überall.

Führung sollte also nie heissen, vom Apparat geführt zu werden. Im Grossen wie im Kleinen.