Gemeinderats-Beschlüsse


Gastbeitrag

Schulden-Vorgeschmack...


KOSTPROBEN?
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Raimund Haser, CDU


KLARER BLICK?

Augenblicksrunde...


AB WEITHÄUSLE SPANNEND
WASCHSALON HERRENALB
WER WÄSCHT WEISSER...
Alles bestens. Die Stadt ist gut aufgestellt. Mittlerweile fast 8000 Einwohner, gut entwickelte Infrastruktur. Optik und Aufenthaltsqualität stimmen. Internetausbau (Backbone-Netz) bestens und hohes Kinderbetreuungsangebot. Die Attraktivität auf höchstem Stand. Vielleicht ein bisschen Schulden…

Warum nur sehen alle Bewerber um den Bürgermeisterposten vieles anders und...
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...stellen derart viele Änderungen und Verbesserungen in Aussicht?

KLAUS HOFFMANN
Seinen visionären Sprung ins Jahr 2030 will er als „Vordenker für Natur und ländlichen Raum“ wagen. Das wäre ungefähr die Spannbreite von CO2-Freiheit bis ins veganes Dorfgefühl oder ganz pragmatisch, wie kommt der Bäcker oder der E-Bus in den Höhenort.

Seine Rede im Kurhaus ist modern, auch visionär, an Stellen mitreissend und bepackt mit Wortschnipseln wie Kraftort, Internetbasiert und Übernachtungsinsel. Sein Gesprächston ist angenehm, die Rede hält er auf den Punkt.

Klaus Hoffman ist Familienvater - Kinder erden, so sagt man. Er ist kein Mitglied in der CDU, bezeichnet sich selbst aber als CDU-nah und auf Instagram als „unabhängiger Bürgermeisterkandidat“.  Wohnsitz seit 2008 in Herrenalb. Einige Zeit stellvertretender Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Landesgruppe Baden-Württemberg - ist er seit 2014 zu deren Landesobmann gewählt.

In Karlsruhe und der Region gilt er als ausgewiesener Tourismusfachmann, seine berufliche Karriere verweist auf Stationen in Verwaltung, Buchhaltung und Organisation.

„Potenziale weiter ausschöpfen. Handel, Gewerbe und Dienstleistung bewahren und weiterentwickeln". Ihm schwebt in Sachen Stadtentwicklung das Karlsruher Beispiel mit dem „Alten Schlachthof“ vor Augen. Da wirkt er dann als „der ultimative Tourismus-Profi, der Bad Herrenalb mutmasslich in diesem Bereich am besten weiterentwickeln könnte.“

Den Herrenalber Wahnsinns-Komplex „Schulden“ streift er. Möglichst nicht darüber reden? Als Mann von draussen und von drinnen dürfte er den Über-Blick haben. Niemanden weh tun ist allen recht getan. Das bringt den Bürger jedenfalls nicht weiter, will er doch wissen, was ihn erwartet, wenn… Immerhin scheint der Blickvon Klaus Hoffmann nach vorn klar, und er erhofft sich seriöse Zahlen zu der Neukonzeption Therme.

Wir wünschen ihm, wenn er Bürgermeister wird, mehr bestimmte Vernehmlichkeit.

Die Kämmerin, seit fast 10 Jahren selbst Teil des Herrenalber Verwaltungssystems, greift wie alle und wie einst Tante Klementine tief ins weisse Zukunftspulver. Ihre Vorstellungsrede im Kurhaus ist vom Timbre her ausgewogen, geht  aber ziemlich bald in den ihr eigenen Wortfall über.

Sie ist Mitglied in der CDU-Bad Wildbad. Bad Herrenalb sei ihr ans Herz gewachsen. Seit kurzem besitzt sie ein Haus im Ortsteil Bernbach. Tiere gehören offenbar zu ihrem Leben (3 Ziegen, 3 Schafe, ein Pferd). Die Verwaltung will sie restrukturieren, folglich neu ordnen, die Digitalisierung vorantreiben.

Transparenz sei ihr „umheimlich“ wichtig. (Wenn es bislang nicht so gewesen ist, kann sich das ja ändern.) Sabine Zenker kennt „ihren Haushalt“ wie kaum ein anderer - dennoch kein klares Wort zur exorbitanten Schuldenhöhe der Stadt. Der Schuldenberg ist in den Jahren ihrer Kämmerei-Führung sprunghaft angestiegen. Eine Reduzierung der Ausgaben steht offensichtlich nicht auf ihrer Agenda - das bedeutet im Umkehrschluss, der Bürger würde unter ihrer "Führung" bluten müssen. Steuern, Abgaben und Beiträge hoch...

Sie erklärt sich selbst für führungskompetent. Zum Führen gehört aber auch Mitnahme. Lokale Erfahrungen sind das eine, die Kunst des Miteinanders und überregionales Netzwerken das andere.

Sie stellt einen Tag der Offenen Tür im Rathaus in Aussicht, der Gemeinderat soll regelmässig in den Stadtteilen tagen…  Mit Verlaub, das war gestern. Der Bürger möchte heute rundum zuhause, via Smartvillage, an seinem Smartphone, am PC informiert bedient werden. Eben - die Digitalisierung macht´s möglich, Vorhaben, sogar Diskussionen und Entscheidungen zeitgemäss an den  Bürger zu bringen und – umgekehrt ihn auch zu beteiligen.

Ihre Vorstellungsrede ist geprägt von vielen Musthaven – einem Riesenkatalog, in dem sich jeder wieder findet, u.a. eine Imagekampagne „Arbeiten, wo andere Urlaub machen!“ Man fragt sich bei ihrem bekannten Vorwärtsdrang ungewollt – weil aufgedrängt – warum nicht schon mehr umgesetzt wurde. Und warum kein Wort zu anstehenden Sparmassnahmen? Immerhin denkt sie über einen Plan B für den Verlustbringer Therme nach und lässt die Frage entstehen, was auf der Schweizer Wiese noch möglich sei.

In die Kleine Gartenschau (Grünprojekt) hat sich Frau Zenker unbestritten mit Verve hinein begeben. Diese Grünprojekte werden allerdings überall von den jeweiligen Kommunen bewältigt und von der BW-Förderungsgesellschaft bwgrün, einem Team mit Erfahrung und Kompetenz, hervorragend begleitet.  

Wenn Sabine Zenker Bürgermeisterin wird, wünschen wir ihr mehr Nahbarkeit, mehr Offenheit und mehr Toleranz.

EGON VOLKER NAGEL
Ein unbeschriebenes Blatt im Gegensatz zu anderen vorigen Vorstellungen. Lebensqualität und Menschlichkeit sei ihm ein hohes Anliegen. Ob das vermutete Fehlen solcher Qualitäten in der Herrenalber Verwaltung zur Kandidatur bewog?

Er möchte als Bürgermeister die Therme revitalisieren. Wie der Wiederbelebungsversuch ausfallen soll, bleibt offen. Auch kein Wort zu der geplanten Neukonzeption mit 12-15 Millionen Euro aus Krediten und Fördergeldern.

Kritik scheint vordergründig nicht sein Ding, oder will er nur niemand wehtun? Bei der Bernbacher Vorstellungsrunde behauptet er: „Bürgermeister Mai und Frau Zenker haben einen guten Job gemacht!" Fairplay für alle, so sein offensichtliches Lebensmotto, als er sich sogar für die Mitkonkurrentin Zenker zu harsche Kritik verbittet.

Ein Mann wie du und ich? Seine Visionen gipfeln in einem rundum besetzen Polizeiposten und Verkehrsberuhigung in der Kernstadt? Schuldenabbau ist dann doch sein Ziel, obwohl er die Schliessung der Therme kategorisch ausschliesst. Mit einem „effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld der Bürger“, möchte er trotz mit Sicherheit weiterhin entstehendem Abmangel bei der Siebentäler Therme die Kommune zur Entschuldung bringen. Das ist dann doch Kritik an der bisherigen Haushaltsführung!

Den Ärztemangel möchte er durch Suche „im gesamten europäischen Sprachraum“ begegnen. „Einfaches und schnelles Handeln“ propagiert er in Sachen Tourismus. Wie herum das Rad sich dabei drehen soll, lässt er nicht einmal ahnen.

Das weisse Zauberpulver zum Weisswaschen verstreut auch er. Kein Wort, was nicht geht. Alles ist machbar, wir müssen nur nett und menschlich miteinander umgehen?

Als Berufsfeuerwehrbeamter, 59 Jahre, mit vermutlich Tätigkeit in Karlsruhe wohnt Herr Nagel mit seiner Familie seit 2017 in Herrenalb. Verwaltungserfahrung wird von ihm mit dem Können als Fahrlehrer aller Klassen ersetzt. Das dürfte auch bei Herrn Nagel nicht unbedingt ein Manko sein, wenn man an die Entsprechung des bisherigen Amtsinhabers denkt.

Die Feuerwehr hier wie dort scheint ihm ein ehrliches Anliegen, die Aufwandsentschädigung der Freiwilligen Feuerwehr sollte seiner Meinung nach zwecks Attraktivität erhöht werden.

Wir wünschen ihm, wenn er Bürgermeister wird, das Einmaleins der Deutlichkeit.

MARC-YARON POPPER
Ein Mann von aussen, der das „Innere“ Herrenalbs noch nicht oder gottseidank(?) noch nicht kennt. Aber für ihn gilt offenbar frisch, frischer, am frischesten – ggf. auch im Wettstreit der offenen Worte…

Als erste Amtshandlung will er an den Gesellschaftervertrag mit den Stadtwerken Ettlingen und der EnBW ran. Der Verlustausgleich muss runter, so sein Credo. Ob erfreut und ob überhaupt der Wille dazu bei den zwei anderen Partnern vorhanden ist…- wird abhängen von Verhandlungskunst und der Einbindung von öffentlichkeitswirksamen Ansatzpunkten, welche in Herrenalb bislang nie ausprobiert wurden…  

Bernbach wird zu „Silicon Bernbach“, Rotensol zum albtäler Weltwirtschaftsforum, die übernächste „Grüne Woche“ findet in Neusatz statt, das Gaistal erhält den Maximiliansorden für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des inneren Widerstands. Das Weisswasch-Pulver scheint auch ihm nicht auszugehen. Allen recht gemacht ist keinem recht getan.
Aber immerhin, er sieht und sagt auch, was falsch lief. Die Strassenzustände nennt er beim Namen, wenn er auf „fehlende Mittel und mangelnden Willen“ zugleich hinweist.

Herrenalb verfüge über 90% Vegetationsfläche - diese Aussage von ihm soll offenbar die Möglichkeit eröffnen, Gewerbefläche zu rekrutieren, wo jetzt noch Wald steht. Darin steckt allerdings Potenzial in altbekannten Richtungen. Aber immerhin - vielleicht schon vergessen - im Zuge des Rennberg-Viertels verschwand auch eine Menge Wald.

Im Ort muss er unterwegs gewesen sein, wenn man seinen Facebook-Auftritt Glauben schenken möchte. Aber hat er von den hiesigen Thermen-Göttern auch deren Traum von ganz, ganz früher vernommen, als im Ort noch die Kinderzimmer an Gästen vermietet und die Kinder dafür im Keller oder bei Mama im Bett schlafen mussten?! Diese damaligen Pfründe aus den Kurverschreibungen verteilten sich dafür auf alle Betten und Behandlungen bei zig Badeärzten und Anwendungen bei über sechs Krankengymnasten. Die von Herrn Popper nun als "Kur"-Ersatz angeführten Anschluss- bzw. Reha-Behandlungen zentrieren diese Patienten heutzutage auf die vorhandene Klinik-Lokalität. Auf die Synergie-Effekte mit der neuen Celenus-Klinik wird er und wir genauso warten müssen, wie es vorher mit der alten Klinik in den vielen Jahren davor auch nie welche gegeben hat.

Nur Visionäre verändern die Welt. Wenn er sich so sieht, dann hat er als ebenso sich einschätzender Generalist das grösste Gefecht in der hiesigen Verwaltung vor sich. Hat er das richtige Werkzeug gegen „Das machen wir schon immer so!“ und der zu Stein gewordenen Kurkappellen-Hoffnung auf alte Mönchsposthotel-Zeiten?

Auf den Fotos erscheint Herr Popper oft als Familienmensch, zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, was der Sympathie - wie auch bei den anderen zwei Familienvätern - nicht schadet. Tätig als Rechtsanwalt, u.a. seit einiger Zeit auch schon in Herrenalb.

Wir wünschen Herrn Popper, wenn er Bürgermeister wird, bei all seinen vielen Vorhaben die notwendige Luft zum Atmen.