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GARTENSCHAU-AUSSCHUSS
 
"Das Maskottchen"

20.öffentliche Sitzung des Gartenschau-Ausschuss
am Donnerstag, den 17.3.2016

Die heutige knapp 2stündige Sitzung fand in Anwesenheit von 12 Personen am Runden Tisch, 2 Pressevertretern und 4 Bürgern, die alle vom Bürgermeister persönlich begrüßt wurden, statt. Ihr vorausgegangen war ein nicht öffentlicher Teil.

TOP 1
Nach einer kurzen Einführung von Herrn Hübner präsentierte Herr Schwarz, Stadtbaumeister, das Konzept Parken und Erreichbarkeit der Gartenschau.

Vorhanden sind knapp 800 Parkplätze, die normalerweise zu 40% und bei Veranstaltungen voll ausgelastet sind. Zur Gartenschau werden an Tagen mit normalem Publikumsverkehr weitere 500 Parkplätze benötigt. An Spitzentagen werden zusätzliche 1250 Stellplätze benötigt.

Die zusätzlichen Parkplätze sind dezentral rund ums Gartenschaugelände geplant, wobei die Schweizer Wiese mit Abstand den größten Platz für Pkws bietet, siehe Sitzungsvorlage, Seite 3.

Angedacht war auch ein Parkhaus...

...beim ehemaligen Café Romanier. Investmentkosten: ca. 1,7 Mio Euro für 328 Plätze. Allerdings hat sich hierfür kein Betreiber gefunden.

In der anschließenden Diskussion kritisierte Herr Romoser, dass auf der einen Seite der Schweizer Wiese die Gartenschau stattfinden, während auf der anderen Seite die Wiese für Fahrzeuge platt gemacht werden soll. Außerdem befinde sich dort die Thermalquelle, die geschützt werden müsse. Ferner fragte er, wo Leute parken sollen, die an einer Veranstaltung im Kurhaus teilnehmen möchten. Im Übrigen sei in der Beschlussvorlage nichts über die Kosten zu finden; er könne ohne Kostenangabe nicht über das Konzept ab- und werde ihm nicht zustimmen.

Herr Domke zweifelte die Zahlenangaben zum Parkplatzbedarf an; es werde ein nicht nachvollziehbarer künstlicher Bedarf erzeugt. Deshalb könne er dem Konzept nicht zustimmen.

Herr Theis äußerte sich verwundert über diese Art der Bewertung. Dass die Schweizer Wiese für Parkplätze genutzt werden würde, sei nie in Frage gestellt worden. Die Schweizer Wiese könne nicht außen vor gelassen werden. Er könne dem Konzept im Grundsatz zustimmen; die Gartenschau sei ohne Parkplätze auf der Schweizer Wiese nicht durchführbar.

Herr Merkle meinte, es gebe keine Alternative zu Parkplätzen auf der Schweizer Wiese. Er erwarte konkrete Zahlen zu den Kosten, und es sei ein Parkleitsystem erforderlich, denn die Leute müssten erfahren können, wenn ein Parkplatz voll ist.
Zu diesem Tagesordnungspunkt wurde kein Beschluss gefasst.
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TOP 2 befasste sich mit dem Ticket-System und wurde von Herrn Rohrer vorgestellt. Er schlug drei verschiedene Varianten vor:

1. Klassisches altes System mit Tickets auf Rolle ohne Notwendigkeit eines Computers
2. Laptop-basiertes Ticketsystem
3. Ticketsystem mit Online-Anschluss

Die Vor- und Nachteile der Systeme sind in der Sitzungsvorlage nachzulesen.
Einen Entwurf der Tages- und Dauerkarte finden Sie am Schluss dieses Berichtes.

Es gibt zwei Verkaufsphasen:
-       Vorverkaufsphase von Oktober 2016 bis Mai 2017, mit Möglichkeit des Online-Erwerbs von Karten
-      Während der Gartenschau: drei Kassen am Haupteingang Schweizer Wiese, 2 Kassen am Eingang Kurpark und ein Terminal für Aussteller.

Nach einer kurzen, nicht kontroversen Diskussion wurde einstimmig Variante 2 beschlossen.
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TOP 3
Ein sehr schönes Thema wurde mit dem Fairtrade Merchandising behandelt.

Die Mitarbeiter des Eine-Welt-Ladens sind bereit, ehrenamtlich Produkte, die fair und/oder regional sind, während der ganzen Gartenschauzeit zu verkaufen. Man ist sich bewusst, dass die Beschaffung von Artikeln mit Gartenschaulogos ein Risiko darstellt, falls sich solche Artikel nicht hinreichend gut verkaufen lassen.

Diese Initiative des Eine-Welt-Ladens wurde durchweg sehr gelobt. Herr Theis betonte in diesem Zusammenhang, dass wir eine Tourismusstadt seien und eventuelle eine Nachvermarktung möglich sei. Er komme allerdings mit Begriffen wie „Merchandising“ und „Branding“ nicht gut klar.

Der Beschluss eines Fairtrade Merchandising Shops wurde einstimmig gefasst.
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Schließlich kam unter TOP 4 das Gartenschau-Maskottchen an die Reihe. Zur Diskussion standen vier Entwürfe, die anlässlich eines Bürgerwettbewerbs eingereicht worden waren, zuzüglich einem Entwurf in Form einer fertig gestalteten Figur, die zur GSA-Sitzung mitgebracht worden war.

In der anschließenden Kommentierung äußerte sich Herr Theis unzufrieden mit den Vorschlägen; er finde den Umgang mit dem Thema laienhaft und fühle sich überfordert, einen Vorschlag auszuwählen. Herr Merkle fand die Namen „Albi“ und „Herry“ zu niedlich. Er könne sich noch am ehesten dem Eichhörnchen, dann aber mit dem Namen „Flori“ annähern. Insgesamt seien ihm die Vorschläge nicht ernst genug.

Herr Romoser möchte ein einziges Maskottchen, das im Zusammenhang mit Bad Herrenalb steht. Einen Mönch finde er in Ordnung, denn ein Maskottchen müsse passen.

Herr Bathelt äußerte, dass es ihm wie Herrn Theis gehe; er könne sich mit keinem der vier Vorschläge so richtig identifizieren und fragte nach, ob eines der vier ausgewählt werden müsse. Herr Kasper (Schön, endlich auch ein Kommentar von ihm!) fand den Mönch ebenfalls nicht schlecht, er passe zu Bad Herrenalb.

Herr Domke fragte an, ob wir überhaupt ein Maskottchen brauchen und plädierte für Weglassen. Er setze mehr auf die Fairtrade-Thematik. Dem entgegnete Herr Theis, dass Kostümierte ein dankbares Fotomotiv seien. Er sei für ein Maskottchen, da es keine Konkurrenz zum Fairtrade darstelle. Schließlich stellte Bürgermeister Mai fest, dass eine Agentur den Auftrag bekäme, weitere Ideen für Maskottchen zu liefern.

Es erfolgte keine Beschlussfassung.
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Bekanntgaben gab es keine.

Sitzungsunterlagen

Fazit
Nicht nur der Umgang mit dem Maskottchen war markant: Mal ehrlich, es ist schon merkwürdig, wenn sich eine ausschließlich aus erwachsenen Männern bestehende Runde mit Plüschtieren und ähnlichen Gestalten auseinandersetzt. Positiv fiel auf, dass die Zahl der beim Wettbewerb eingegangenen Vorschläge, nämlich insgesamt fünf Stück, in aller Aufrichtigkeit genannt wurde. Allerdings hätte die mitgebrachte fertige Maskottchenfigur durchaus etwas empathischere Äußerungen verdient gehabt, denn deren Gestalterin hatte darin sicherlich einige Zeit und Liebe investiert.

Markant waren aber auch wieder einmal Herrn Theis‘ Äußerungen zur Nutzung der Schweizer Wiese als Parkplatz. Er als Grüner müsste eigentlich der Erste sein, der eine Nutzung als Parkplatz ablehnt und gleich von Anbeginn nach Alternativen sucht. Diesen Part hat ihm diesmal Herr Romoser abgenommen!

Und mit seinem Unverständnis für Ausdrücke wie „Merchandising“ und „Branding“ bringt er das eigentliche Dilemma des Herrenalber Tourismus auf den Punkt, nämlich dass man, will man erfolgreich sein, mit der Zeit gehen muss, sich mit den aktuellen Vermarktungsmechanismen und -instrumenten auskennen und diese umsetzen können muss: Das, was hier heute noch als „Ferienwohnung im Dachgeschoss“ angeboten wird, findet garantiert als „Vintage Loft“ dreimal mehr Gäste.