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CHIASAMEN
DIE FLUCHT
 
GEFLÜCHTET VOR WAS…

An die zwölf Millionen Deutsche wurden zum Kriegsende aus dem "Osten" evakuiert, flohen in Trecks, wurden deportiert oder ausgewiesen. Das Wort „Flüchtling“ hatte damals schon einen gewissen Beigeschmack – obwohl es doch jeden hätte treffen können und kein Flüchtling mehr oder weniger Schuld an den Kriegsgeschehnissen auf sich geladen hatte, wie die, zu denen nach dem Krieg geflüchtet wurde.

Jeder dritte, vierte Mitbürger hat in seiner Familie Flüchtlingshintergründe. Mittlerweile vergessen, verdrängt, schon weil all die jüngeren Generationen nichts mehr damit anzufangen wissen. Aufgrund vorhandener Staatsbürgerschaft musste auch niemand Asyl beantragen. Man war „nur“ aus seiner angestammten Heimat, in der man zumeist in geordneten Verhältnissen lebte, vertrieben worden oder wegen zu erwartender Kriegsgreuel rechtzeitig geflüchtet.

Glaubensflüchtlinge waren die Hugenotten...
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...die sich in ihrem Glauben mit Verfolgungen eingeschränkt sahen und die nicht vorhandene Religionsfreiheit ihnen keine andere Wahl mehr liess. Auch sie verliessen eine Heimat, in der sie bis dahin in gesicherten Umständen lebten. Die Reihe der Glaubensflüchtlinge lässt sich beliebig fortsetzen – und reicht bis heute.

Fluchtgründe sind zumeist mehrfältiger Natur. Waren es Fluchtgründe oder einfach nur der grosse Aufbruch in ein Leben in der Fremde, den im 19. Jahrhundert Millionen deutsche Auswanderer suchten? Nach heutigem Massstab ging es bei ihnen nicht um den Glauben, sondern oft auch nur ums Leben, um das Überleben können. Also eindeutig Wirtschaftsflüchtlinge.

Wie war das mit den vielen Schwaben- oder Hütekindern? Bergbauernkinder aus Tirol und der Schweiz, die in vorigen Jahrhundert auf „Kindermärkten“ in Oberschwaben, aber auch in Baden und Bayern ihre Arbeitskraft anbieten mussten. Können Kinder auch schon flüchten? Und wenn ja, sind diese Kinder dann nicht auch eindeutig Wirtschaftsflüchtlinge gewesen?

In der heutigen Zeit mit derart nahen Kriegsgeschehnissen und Greueltaten, munitioniert auch von deutschen Waffenschmieden, sollten wir in Europa naturgemäss ein erstes Verständnis aufbringen – und dabei nicht vergessen, wo vielleicht der eine oder andere von uns herkommt.

Viele von uns waren auch einmal Verlierer.