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Bürger sollen das Maul halten?

Ein Bärendienst.

Hilft uns manchmal die Gnade der späten Geburt über fatale Verfehlungen von Vorgenerationen hinweg, möchte man dem Artikelverfasser von „Unerwünschtes Rampenlicht“ zu gerne einmal zurufen, er lebe viel zu spät, nämlich im völlig falschen Jahrhundert.

Heftigere Bürger-Schelte ist kaum noch möglich! Wenn es nach diesem Redakteur ginge, wäre reinstes Obrigkeitsdenken angesagt, eben „Maul halten!“

Mit einem solchen fatalistischen Schreib-Stil weckt man nur noch mehr Sehnsucht nach Kreiswechsel -- zumal er wie auch der von ihm so umkreiste Schultes seelisch-geografisch...

...dort zu verorten ist, von wo die jetzige Bürgerinitiative unsere Kleinstadt loslösen möchte.


Dieser Redakteur aus dem Landkreis Calw sieht Herrenalb im dauerhaft unerwünschtem Rampenlicht und sieht vor lauter Gartenschau den Ursprung nicht. Offenbar mangelt es ihm an Erinnerungsvermögen: Mai´s Badeparadies-Debakel mit einem gefälschten Millionenscheck, welcher von der Staatsanwaltschaft als dermassen stümperhaft bezeichnet wurde, dass man heute noch das Lachen von Tübingen hört. Das weltweit längste Langzeit-Baugebiet. Die Wasserbeitragsschlamperei aufgrund verlorener Rathausunterlagen bis zur höchstrichterlichen Entscheidung. Ein illegaler Kauf von wertlosen Wiesen ohne Zufahrt! Aus dem ursprünglichen „Blauen Band der Alb“ wurde über Nacht ein Bruchband und aufgrund der horrenden Schulden die Schweizer Wiese die blutrote Mitgift für irgendwelche Investoren, egal welche. Innerhalb 1 ½ Amtszeiten wuchsen die Schulden der Stadt von ca. 6 Millionen auf fast 30 Millionen …

Dieser Redakteur hörte von der Kurhaus-Auftragsvergabe im Gemeinderat an einen Gemeinderat. Und? Kein Wort. Auch kein Wort bislang zu dem jetzt lt. der Kommunalaufsicht entschiedenen unwirksamen Beschluss, mit dem der Gemeinderat heimlich nichtöffentlich entschieden hatte, das Thema Landkreiswechsel erst im Jahre 2018 wieder auf die Tagesordnung zu nehmen.

Das alles sind die Scheinwerfer zu allen Rampenlichter dieses Bürgermeisters.

Rampenlicht "Gartenschau"? Mit den vielen Millionen Krediten und Fördergelder ist man selbstverständlich zum Erfolg verdammt. Was denn sonst? Bei einem vergleichbaren Wirtschaftsvorhaben würde dies niemand in Frage stellen. Aber man ahnt schon, es ruht in Sachen Gartenschau nicht jeder in sich. Einige Nerven liegen jetzt schon blank und deswegen "tritt" man um sich. Da werden vorzeitig Entschuldigungsgründe für die Zeit nach der Gartenschau gesucht, weswegen man natürlich nicht so konnte, wie man gerne gemocht hätte.

Die Art und Weise dem Bürgermeister unserer Stadt dermassen „nach dem Maul“ zu schreiben, ist ein Bärendienst gegenüber einem Landrat, der sich zumindest offensiv modern, wenn auch nur mit seiner Sicht, dieser Auseinandersetzung zu stellen bereit scheint – und eben nicht einfach „das Maul verbieten“ möchte.

Das gesamte Szenario verdeutlicht nur, dass in dem Landkreiswechsel-Wunsch womöglich auch das Empfinden vieler Herrenalber Bürger steckt, endlich dieser kläglichen Stadtführung zu entrinnen, die allerdings – so bislang der Eindruck – vom Landratsamt Calw über alle Massen toleriert wurde.

Von dem verstorbenen Journalisten Hanns Joachim Friedrichs stammt die Einschätzung: Immer Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken. Nur so schafft man es, als Journalist Vertrauen zu gewinnen.

Wir sind sicher, der hier gemeinte Redakteur wird es sich nicht nehmen lassen, dem von ihm so verehrten Bürgermeister anlässlich dessen Geburtstag am einem Freitag, den 13. Mai, öffentlich mit Wünschen und Lobesgesang „ums Maul zu gehen“. Wir schliessen uns dem an und wünschen alles Gute für unsere Stadt.