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KEREM, FELIX, BENEDIKT
 
Kerem 35, Sales-Manager, verheiratet, zwei Töchter, 9 und 14. Plötzlicher Zusammenbruch. Klinik-Einlieferung. Abteilung Inneres. Rätsel in den Gesichtern der Ärzte. Gesundes sportliches Aussehen. Bis vor zwei Jahren regelmässige Teilnahme an vielen Laufveranstaltungen in Karlsruhe und Ettlingen.

Als ich ins Zimmer kam, war sein Bett gerade leer. Vielleicht zum Ultraschall, zur Magenspiegelung, zur Endosonografie oder oder. Gottseidank, meines steht direkt am Fenster. Mit Luft und Licht, mit Blick auf Herbstbäume und Park. Ich musste mich nun erst einmal finden. Wenige Tage vorher entlassen, schon wieder hier. Alles so unwirklich, gegen den Zeitwillen. Zuhause ist jetzt nicht mehr wie Gestern. Risse im Tag.

Ich döste, als Kerem mit seiner Frau rein kam. Zu mehr als Hallo mochte ich mich nicht aufraffen, alles fremd und ein Krankenhaus ist nun mal keine Begrüssungsstätte. Der Blick seiner Frau daraufhin kurz und wegdrehend. Vielleicht dachte sie, ich gehöre zu den Deutschen, die nur „echte“ Deutsche mögen.

Es wurden dann aber sehr interessante Stunden mit Kerem. Wenn wir uns unterhielten...
.......
...und das taten wir nach kurzer Zeit, setzte er sich in seinem Bett auf und drehte sich voll zu mir.

Beide beklagten wir die Vereinzelung in unserer hiesigen Gesellschaft, aber rätselten auch über den fehlenden Einfluss all derer auf unsere Gesellschaft, die – wenn auch geflüchtet – so denn doch mit noch intaktem Familiensinn zu uns kamen und kommen.

Ich weiss jetzt vieles von Kerem. Ihre Wohnung hat 100 Quadratmeter, eigentlich ein wenig zu klein, aber Besichtigungsobjekte in der Südstadt oder anderswo seien einfach zu teuer, und wie er meinte, zu dicht aufeinander gebaut.

Sie wohnen im schönen grünen Rüppur, direkt an der Alb. Mit zwei Kindern müsse man eben hier und da auch Einschränkungen hinnehmen. Vor der Geburt der ersten Tochter wären sie viel gereist. Oft nur Kurztripps, ein Wochenende Paris, nächstes Venedig, immer wieder und noch öfters in ihr geliebtes Istanbul.

Kerem´s Frau stammt aus Istanbul. Moderne echte Türkin. Während er dort nur geboren wurde. Seine Eltern gehören zur ersten Gastarbeiter-Generation. Noch lange oder eigentlich immer hätten sie hier mit dem Gedanken gelebt, eines Tages zurückzukehren. Beide Söhne machten Abitur und studierten. Geblieben sei die Sehnsucht und die vielen Urlaube in der alten Heimat, die vielen Verwandten. Deutschland wäre schon lange Heimat Nr. 1, bei ihm und seinen Töchtern sowieso.

Innnerhalb eines Jahres lernte Kerem´s Frau in einer internationalen Schule fliessend Deutsch. Das erzählte er mit sehr viel Stolz. Nein, kein Deutschkurs in der Moschee, die gerne dort angeboten werden. Da wäre sie nur unter Türken gewesen und eine Sprache erlerne man am besten in einer Umgebung, die zur Nutzung der betreffenden Sprache zwinge.

Als seine Frau ihn nach diesen zwei Tagen abholte, lachte sie mich an.

Felix, 59, sportliche Figur, gross, Polizist.
Der Flug von Seattle nach Hause sei wieder zu lang gewesen. Dieses ewige Sitzen. Urlaub in Kanada bei Freunden zur Jagd. Nein, seinen Griffon wäre nicht dabei gewesen, solch ein langer Flug sei nichts für ihn. Der begleite ihn dafür hier überall hin und sei während des Urlaubs bei einem befreundeten Jäger untergebracht.

Nach längerem Suchen, Ultraschall und allem Möglichen, fanden die Ärzte die Ursache für Felix Schmerzen. Eine Thrombose in der rechten Wade. Blutgerinsel in einer Vene. Schon während des Fluges schwoll das Bein ziemlich an und schmerzte.

Felix ist ein unruhiger Geist. Was soll er im Bett, wenn er nun medikamentös eingestellt sei, entsprechende Blutgerinnungsmittel nähme? Warten, dass sich das Gerinsel auflöse, das könne er auch zuhause.

Sie wollten sich demnächst noch einen zweiten Hund zulegen. Seine Frau wünsche sich einen Dackel. Das käme aber für ihn nicht in Frage, wenn er nur daran denke, wie schnell ein Dackel in einen Dachsbau verschwinden könne, von diesem regelrecht zugebuddelt und elendig ersticke.

In Sachen Jagen stände ich auf der anderen Seite, sagte ich beiläufig. Dieses Schiessenwollen auf alles was angeblich nicht hierher gehöre oder überhand nähme, wäre meine Einstellung nicht. Während Felix noch antwortete, was heisst andere Seite, er sei zum Beispiel auch für die Ansiedlung von Wölfen, schob mich der Pfleger samt Bett zur nächsten Untersuchung schon in den Fahrstuhl und eine Etage tiefer…

Als ich nach zwei Stunden zurück kam, war Felix entlassen. Vielleicht beim nächstem Mal, lieber Felix, war interessant, aus deinem Leben zu hören.

Benedetto, 88, 58 Kilo, sass manchmal stundenlang auf dem Stuhl, direkt meinem Bett gegenüber. Kappe tief im äusserst schmalen Gesicht. Still, so als wäre er nicht da oder zumindest woanders.

Die Nachtschwester erschrak beim ersten Mal. Wie eine Fensterpuppe und fast schon so tot. Ins Bett wollte er nicht, vor zwei Uhr könne er sowieso nie einschlafen.

Ich könne auch Benedikt zu ihm sagen, liess er mich schlusssendlich wissen, als ich anlässlich eines Telefonats rüber rief, bitte etwas leiser zu reden, ich verstände sonst kein Wort von meiner Frau. Benedikt sprach auch laut, wenn er keinen Besuch hatte.

Er stellt sich neben mein Bett und entschuldigte sich. In der Folge erfuhr ich seine Lebensgeschichte. Er ist einer der ersten Gastarbeiter aus Süditalien gewesen, einem kleinen apulischen Dorf bei Bari. Man hätte ihm einen Vertrag geschickt und in Deutschland hätte er sich, ursprünglich Dekorateur und Maler, mehr und mehr als Mechaniker ausbilden lassen. Er sei geblieben, weil ihm eigentlich alles gefallen hätte.

Er lebe jetzt allein. Italienische Nachbarn kümmerten sich, und hätten ihn auch her begleitet. Seine Frau, eine echte Fränkin, nun schon über 9 Jahre tot. Ein „Ich“ habe es in dieser Ehe nicht gegeben, nur ein „Wir“ – und ja, Bücher seien im Alter seine Welt geworden. Doch wenn er seine Bücherwand anschaue, schmerze es sehr. Das linke Auge blind und rechts höchstens noch 30 Prozent.

Und, er fluchte laut, verdammt noch mal, er könne essen, was er wolle, ständig verlöre er an Gewicht. Das sei doch nicht normal, oder?!

Wenn er so da stand, zwischen Schrank und Bett und immer wieder seine Siebensachen an Kleidung auf der Bettdecke ausbreitend und laut italienisch kritisierte, dass seine Nachbarn beim Packen seine Socken vergessen hatten – wurde er mir mehr und mehr verletzlicher und näher.

Sie, die Ärzte, hätten schon alles untersucht. Alle möglichen Spiegelungen und was sonst nicht alles. Was er jetzt noch im Krankenhaus solle. Als mich wiederum zwei Tage später meine Frau abholte, um auch wieder nach Hause zu können, sagte ich zu ihm „Benedikt, es wird schon werden! Mach´s gut!“ Ich spüre noch seinen Blick.

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